Hamburg

„Hinrichtung“ – Politiker fühlt sich falsch zitiert

Hamburg. Der Bürgerschaftsabgeordnete Martin Dolzer (Linke) sorgte für viel Empörung mit seiner Äußerung, dass es sich bei den Schüssen eines Polizisten auf einen 33 Jahre alten Mann in St. Georg „um einen rassistisch motivierten Hinrichtungsversuch“ handeln könnte. Dolzer behauptet nun, er sei in der „taz“, die zuerst über den Fall berichtet hatte, „aufgrund eines Kommunikationsfehlers“ falsch zitiert worden. Er habe nur subjektive Eindrücke von Augenzeugen wiedergeben wollen. Diese – nicht er – hätten den Vorfall als „Hinrichtungsversuch“ gewertet. Katharina Schipkowski, Verfasserin des Artikels, weist die Darstellung zurück. Zwar seien im Ursprungszitat tatsächlich die Augenzeugen als Absender benannt worden. Weil sie aber den schwerwiegenden Vorwurf nicht mit Bezug auf Dritte wiedergeben wollte, habe sie sich mit Dolzer auf folgendes Zitat geeinigt: „Nach allen Schilderungen drängt sich der Eindruck auf, dass der Polizist nicht aus Notwehr gehandelt hat, sondern es sich um ein lebensgefährliches Fehlverhalten der Polizei oder sogar um einen rassistisch motivierten Hinrichtungsversuch handelte.“

Auf Anfrage bestätigte die Polizei, dass Dolzer am Donnerstag zu dem verletzt im Krankenhaus liegenden Angreifer gelangen wollte. Dies habe er mithilfe seines Abgeordnetenausweises versucht, hieß es von der CDU. „Das grenzt an einen Missbrauch seines Mandats“, sagte CDU-Innenexperte Dennis Gladiator. Dolzer sagte, er habe zuvor die Haftstelle informiert, dort sei ihm mitgeteilt worden, er benötige nicht einmal eine Besuchserlaubnis, da gegen den Mann noch kein „Haftstatut“ vorlag.