Flüchtlinge

Hamburg plant Integration durch Umweltschutz

Freiwillige schütten Kies in einen Fluss (Archivfoto)

Freiwillige schütten Kies in einen Fluss (Archivfoto)

Foto: Klaus Bodig

Insgesamt 140.000 Euro will Rot-Grün für Integrationsprojekte der Verbände Nabu, GÖP und ANU bis 2018 zur Verfügung stellen.

Hamburg. Zählen junge Syrer oder Afghanen demnächst Kröten in den Vier- und Marschlanden oder schütten Kiesbetten in Bille oder Kollau auf? Das jedenfalls könnte ein Ergebnis des Plans von SPD und Grünen sein, die Naturschutzverbände stärker bei der Integration von Flüchtlingen einzusetzen. Insgesamt 140.000 Euro will Rot-Grün laut einem Bürgerschaftsantrag der Koalition für Integrationsprojekte der Verbände Nabu, GÖP und ANU bis 2018 zur Verfügung stellen. Die Mittel stammen aus dem 2016 zur Eingliederung von Flüchtlingen eingerichteten Hamburger Integrationsfonds.

„In Deutschland gibt es ein verhältnismäßig großes Umweltbewusstsein und hohe Standards zum Schutz der Natur“, heißt es in dem Antrag, der dem Abendblatt vorliegt. „Umweltbildung kann Geflüchteten beim Ankommen in Hamburg helfen und die geografische und soziale Einbindung erleichtern.“ Die geförderten Projekte richten sich „an junge Geflüchtete im Rahmen der schulischen Bildung“, so der Antrag. „Weiter wird die außerschulische Bildung in Nachmittagsangeboten in den Folgeeinkünften ausgebaut und Jugendliche, Erwachsene und Familien mit Angeboten im praktischen Naturschutz gezielt eingebunden.“

1550 Teilnehmer sollen erreicht werden

Die drei Träger müssen sich mit Eigenmitteln an der Finanzierung beteiligen. Insgesamt sollen laut rot-grünem Antrag mit „170 umweltpädagogische Angeboten“ rund 1550 Teilnehmer erreicht werden. Die städtischen Mittel seien für 1,2 Projektstellen und Honorare für die Umweltpädagogen sowie das nötige Material bestimmt.

„In einem Land anzukommen und sich wohl zu fühlen, bedeutet auch, Natur und Landschaft kennen zu lernen“, sagte Grünen-Umweltpolitikerin Ulrike Sparr. „Gerade in der Großstadt passiert das nicht von allein. Die Angebote von Nabu, GÖP und ANU vermitteln grundlegenden Kenntnisse und Zusammenhänge unserer Natur und Ökologie. Die Angebote fördern aber auch den ganz alltäglichen Austausch zwischen jungen Geflüchteten und Einheimischen – das fördert auch den Spracherwerb und die soziale Integration.“ SPD-Umweltpolitikerin Monika Schaal sagte: „Die Umweltverbände bieten ein weiteres Feld an, wo die Neuankömmlinge sich mit uns treffen, gemeinsame Interessen entdecken und darüber mit den Verbandsmitgliedern ins Gespräch kommen können. Ich finde es toll, dass sich Umweltverbände an der großen Aufgabe der Flüchtlingsintegration beteiligen.“