Hamburg

Was Dirk Block im Hafen plant

Der Unternehmer über seine Expansionspläne und die Vorliebe der Hamburger für Gastronomie-Ketten

Hamburg.  „Erlebnisgastronomie mit Wasserblick“ möchte Dirk Block seinen Gästen ab Mai pünktlich zum Hafengeburtstag an der Großen Elbstraße 49 bieten. Noch ist davon nicht viel zu sehen: Der Unternehmer steht in einem großen Raum, es sieht aus wie in einem Rohbau. Einrichtung und Küche von Lutter & Wegner, das zehn Jahre lang an diesem Standort war, sind herausgerissen. Jetzt machen sich die Handwerker und Architekten ans Werk. 168 Sitzplätze, eine offene Küche und eine Bar sollen dort auf rund 700 Qua­dratmeter Fläche entstehen. Auch auf der Terrasse wird serviert.

Anstatt Wiener Schnitzel soll es künftig Pizza und Pasta geben. Dirk Block eröffnet wie berichtet seine dritte L’Osteria in Hamburg. Das Gastronomiekonzept gibt es inzwischen 70-mal in Deutschland und im europäischen Ausland. Der 41-Jährige hat die Lizenz für Norddeutschland, und es läuft offensichtlich. Auch in Lübeck und Kiel hat Dirk Block, Sohn von Block-House-Gründer Eugen Block, eine L’Osteria eröffnet. Im April folgt ein weiteres Lokal in Lüneburg. Begonnen hat alles 2012 an der Dammtorstraße, dort essen und trinken täglich bis zu 1000 Gäste.

Und Dirk Block setzt auf Expansion: „Unser Ziel ist es, bis 2025 im Norden 15 L’Osteria-Restaurants zu betreiben, davon acht in Hamburg.“ Eimsbüttel, Wandsbek oder Bergedorf seien beispielsweise Standorte, die ihn reizen würden. Auch die Insel Sylt sei interessant, wobei es dort außerhalb der Saison schwierig sei, die notwendige Frequenz zu erreichen. An Möglichkeiten mangelt es jedoch nicht: „Ich bekomme jeden Tag Flächen angeboten. Natürlich ist immer die Lage entscheidend, und der Zuschnitt der Räume“, sagt Block. Ein Standort an der Elbe habe ihn schon immer gereizt, die Adresse Große Elbstraße sei genau nach seinem Geschmack.

Die Gegend hat sich inzwischen zu einem der Gastro-Hotspots der Stadt entwickelt. Das Edelsteakhouse Mash hat im vergangenen Jahr gegenüber eröffnet. Doch das Abendgeschäft ist hier kein Selbstgänger, und mit der L’Osteria zieht die erste Systemgastronomie an die Elbmeile. „Wir setzen darauf, dass die Gäste für die Marke L’Osteria auch von Altona oder Ottensen extra an die Große Elbstraße fahren, um hier zu essen. Aber natürlich ist der Standort auch eine Herausforderung“, sagt Block.

Dass in Hamburg die Systemgastronomie, also immer mehr Ketten beziehungsweise Franchise-Konzepte eröffnen, ist nicht zu übersehen. Die Dehoga-Landesgeschäftsführerin Ulrike von Albedyll spricht von einem Trend. Dafür gebe es unterschiedliche Gründe, zum Beispiel: „Systemgastronomie spricht alle Altersgruppen an, insbesondere auch ganz junges Publikum geht heute wie selbstverständlich allein ohne die Eltern essen.“

Das Wort Systemgastronomie nimmt Dirk Block nicht in den Mund, er spricht von „Markengastronomie“. „Die Deutschen setzen auf Sicherheit, auch wenn sie essen gehen. Und das zeichnet Markengastronomie aus, hier weiß der Gast, was ihn erwartet.“ Gleichbleibende Qualität, das Vertrauen in die Produkte, das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie ein vertrautes Ambiente – das seien die Vorzüge.

Hähnchen satt – in der Showküche gegrillt

Dass die Gäste irgendwann mal übersättigt sein könnten von all den Ketten, glaubt Dirk Block nicht: „In der Markengastronomie liegt die Zukunft. Es werden in den kommenden Jahren nicht nur die bestehenden Anbieter expandieren, sondern auch viele neue innovative Konzepte den Markt erobern.“

Auch er habe noch viele Ideen, so Block. Für seine Elbgastro Holding GmbH arbeiten inzwischen 175 Angestellte, mit der Eröffnung an der Großen Elbstraße kommen weitere 25 Mitarbeiter dazu. Aber Block setzt nicht nur auf ein Standbein: In 2015 hat er an der Hoheluftchaussee sein Soho Chicken eröffnet. Dort werden Hähnchen über Lavasteinen in der Showküche gegrillt und im modernen Ambiente serviert. Auch dieses Konzept werde sehr gut angenommen, so Block. Ein zweites Lokal wird 2018 am Goldbekplatz in Winterhude eröffnet.

Doch der Restaurant-Chef denkt nicht nur an den Hamburger Markt: „Mit Soho Chicken können wir uns auch vorstellen, weitere attraktive Großstädte zu erobern, und zwar nicht nur in Deutschland.“ Denn nicht nur die Deutschen setzen beim Essen offenbar auf Sicherheit.