Flughafen Hamburg

Tickets zu den neuen Ryanair-Zielen gibt es ab 9,99 Euro

Ryanair-Chef
Michael O'Leary setzt verstärkt auf den Flughafen Hamburg. Nun kommen vier weitere Destinationen ab Fuhlsbüttel dazu

Ryanair-Chef Michael O'Leary setzt verstärkt auf den Flughafen Hamburg. Nun kommen vier weitere Destinationen ab Fuhlsbüttel dazu

Foto: Emilio Naranjo / dpa

Billigflieger nimmt Sevilla, Venedig, Oslo und Katowice ins Programm. Iren sind "sehr zufrieden" mit neuer Basis in Fuhlsbüttel.

Hamburg.  Im Oktober 2014 ist erstmals ein Jet des Billigfliegers Ryanair in Hamburg gelandet. Gut zwei Jahre später eröffnete das Unternehmen eine Basis in der Hansestadt, zwei Boeings sind seitdem fest hier stationiert. Und in diesem Jahr will die von dem charismatischen Iren Michael O’Leary geleitete größte europäische Fluggesellschaft allein in Hamburg fast so viele Passagiere befördern, wie die Stadt Einwohner hat: 1,7 Millionen.

Für die nächsten Jahre sieht Marketing-Vorstand Kenny Jacobs ein Potenzial von sogar drei Millionen Gästen. Zu dem angepeilten Wachstum beitragen sollen vier neue Strecken, die Jacobs in Hamburg ankündigte: Bereits ab Ende März kommen Flüge ins polnische Katowice (dreimal wöchentlich) und nach Venedig-Treviso (auch dreimal wöchentlich) hinzu. Beide Routen sind auch für den Winterflugplan ab Ende Oktober vorgesehen, dann will Ryanair zudem Oslo-Torp und Sevilla (beide: zweimal wöchentlich) anfliegen. Drei dieser vier Destinationen stehen derzeit nicht auf der Liste der Direktflugziele ab Fuhlsbüttel.

Zahl der Zielorte bei insgesamt 19

Die schon zuvor für den Sommerflugplan angekündigten Strecken nach Thessaloniki und Valencia (ab Anfang Mai) bleiben auch im Winter bestehen. Damit liegt die Zahl der Zielorte bei insgesamt 19. „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Basis in Hamburg“, sagte Jacobs. In diesem Jahr werde Ryanair hier einen Marktanteil von immerhin rund zehn Prozent haben. Deutschlandweit seien es erst knapp acht Prozent. Hamburg stehe kurz davor, München als Tourismusziel in Deutschland zu überholen - „und wir wollen dabei helfen“, so Jacobs.

Zur Feier der neuen Routen bieten die Iren Tickets zu Preisen ab 9,99 Euro (einfache Strecke) an, die bis Montag um Mitternacht gebucht werden können. Nach Angaben des Unternehmens ist der durchschnittliche Ticketpreis im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 (Ende März) wegen des harten Wettbewerbs sowie des Kursverfalls des britischen Pfunds deutlich auf 33 Euro pro Strecke gefallen, wobei die Kosten allerdings mit nur 28 Euro angegeben werden. Somit konnte Ryanair in dem Quartal immerhin noch einen Gewinn von 95 Millionen Euro verbuchen.

Kräftiges Wachstum geplant

Für die nächsten Jahre plant Unternehmenschef O’Leary kräftiges Wachstum. So soll die Zahl der Jets in der Flotte von derzeit 371 auf 575 im Jahr 2024 zulegen. Deutschland gehöre zu den primären Zielmärkten, während man das Wachstum in Großbritannien wegen des Brexit verlangsame, sagte Ryanair-Manager Jacobs. Für 2017 peilt der Billigflieger ein Passagier-Plus in Deutschland um 20 Prozent an.

Jacobs gehört auch zu den Teilnehmern der Hamburg Aviation Conference, zu der sich am Mittwoch und Donnerstag mehr als 200 Manager und Experten der Branche aus 29 Ländern in der Hansestadt treffen. Sie diskutieren auf der jährlich stattfindenden Veranstaltung diesmal über Chancen, die sich aus der zunehmenden digitalen Vernetzung für die Luftfahrtunternehmen ergeben.

„Passagiere erwarten Perfektionismus“

„Die Passagiere erwarten Perfektionismus und keine Banalitäten“, sagte Michael Eggenschwiler, Chef des Flughafens Hamburg: „Nur so können wir das liefern, was die Fluggäste wollen: ein durchgängiges Reiseerlebnis in der Realität und in der digitalen Servicewelt.“ Doch die Branche habe noch einen weiten Weg vor sich, bis dieses Ziel erreicht sei.

Als Beleg dafür berichtete Eggenschwiler ein eigenes Erlebnis auf einer Dienstreise: „Die Airline hat mir eine SMS mit der Nachricht, auf welchem Gepäckband meine Koffer ankommen werden, auf das Mobiltelefon geschickt. Aber viel wichtiger für den Passagier wäre es doch zu erfahren, wann das Gepäck voraussichtlich auf dem Band sein wird - schon in zwei, drei Minuten oder vielleicht erst in einer Dreiviertelstunde.“