Uni Hamburg

Rotherbaum: Schöner studieren im Denkmal

Mark Heitmann, Irina von Jagow, Dieter
Lenzen und Carsten Happel

Mark Heitmann, Irina von Jagow, Dieter Lenzen und Carsten Happel

Foto: Klaus Bodig / HA

Die Universität hat einen prachtvollen Altbau saniert und als „Haus der Betriebswirtschaft“ wiedereröffnet.

Hamburg.  Wer in Hamburg an Wirtschaftswissenschaftler denkt, hat unweigerlich den „WiWi-Bunker“ vor Augen, jenen abstoßenden Betonklotz mitten auf dem Campus der Universität. In dem werden zwar auch künftig die meisten Veranstaltungen stattfinden, aber das Herz der Fakultät schlägt jetzt einen Steinwurf entfernt in einem Gebäude, das gegensätzlicher kaum sein könnte: Das neue „Haus der Betriebswirtschaft“ an der Ecke Moorweidenstraße/Rothenbaumchaussee ist ein prachtvoller, schneeweißer Altbau mit herrschaftlich-hohen Räumen, Holzfußböden, Stuck und Deckenmalereien, der seit 2003 unter Denkmalschutz steht.

Rund ein Jahr lang hat die Universität das 1896/97 als Wohnhaus errichtete Gebäude, das sie bereits seit 1948 nutzt, in Eigenregie saniert. Normalerweise übernehmen das städtische Gesellschaften. „Für uns war wichtig, dass wir bei diesem Gebäude ausprobieren und zeigen konnten, was wir können“, sagte Uni-Präsident Professor Dieter Lenzen. „Wir haben versucht, das Haus in den Originalzustand zu versetzen.“

„Maßvoll vorgegangen“

Allerdings sei man dabei „maßvoll vorgegangen“, betonte Carsten Happel, Leiter der Abteilung Baumanagement der Universität. Zierelemente wie Stuck und Malereien wurden zwar von alten Farbschichten befreit und wieder sichtbar gemacht, aber nur punktuell aufwendig restauriert. So habe man statt der anfangs kalkulierten 7,4 nur 5,8 Millionen Euro ausgegeben, und das für ein fünfgeschossiges Gebäude mit 2900 Quadratmetern Nutzfläche. „Das war ambitioniert“, so Happel – zumal das Haus nun auch über eine zeitgemäße Haustechnik verfügt sowie viele neue Türen und Teeküchen, die mit ihrem hellblauen Furnier auf Eichenholz einen spannenden Kontrast bilden.

„Wir wollen die einzigartige Architektur mit wissenschaftlicher Exzellenz verbinden“, sagte Professor Mark Heitmann, Dekan der Fakultät Betriebswirtschaftslehre mit ihren 23 Professoren, 111 wissenschaftlichen Mitarbeitern und rund 3500 Studenten. Er hofft, dass der repräsentative Sitz der BWLer auch hilft, Spitzenforscher nach Hamburg zu holen. Der „WiWi-Bunker“ soll in den kommenden Jahren übrigens auch saniert werden. Dass er so hübsch wird wie das „Haus der Betriebswirtschaft“, ist allerdings nicht zu erwarten.