Computerhersteller

Start-up Protonet aus Hamburg ist insolvent

Protonet hatte 2014 mit einem Crowdfunding-Rekord Schlagzeilen gemacht. Drei Millionen Euro wurden damals von über 1800 Kleininvestoren eingesammelt

Protonet hatte 2014 mit einem Crowdfunding-Rekord Schlagzeilen gemacht. Drei Millionen Euro wurden damals von über 1800 Kleininvestoren eingesammelt

Foto: dpa

Die Firma hatte mit Crowdfunding-Rekord Schlagzeilen gemacht. Was die Insolvenz für die Daten der Kunden bedeutet.

Hamburg. Das für seine datenschutzfreundlichen Server bekannte Hamburger Start-up Protonet ist zahlungsunfähig. Man habe für die Protonet-Betriebs-GmbH beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag gestellt, so Firmen-Gründer Ali Jelveh. In einer Mitteilung begründete Jelveh die Insolvenz mit einer Absage eines wichtigen Geldgebers: „Einen der Lead-Investoren konnten wir leider nicht überzeugen und somit die für uns essenzielle und notwendige nächste Finanzierungsrunde nicht erfolgreich abschließen.“

Crowdfunding-Rekord machte Schlagzeilen

Protonet hatte 2014 mit einem Crowdfunding-Rekord auch international Schlagzeilen gemacht. Drei Millionen Euro wurden damals von 1800 Kleininvestoren eingesammelt, um die Entwicklung eines Servers für kleinere Unternehmen und Privathaushalte zu finanzieren, der wie große Cloud-Dienste funktioniert, aber die sensiblen Daten nicht nach außen verlagert. Von der Insolvenz seien die Daten auf den Protonet-Servern der Kunden nicht betroffen. Allerdings werde der Zugriff über die Adres­se name.protonet.info wohl demnächst eingestellt.

Mit seinen orangefarbenen kompakten Design-Rechnern im Stahlgehäuse hatte Protonet einige Achtungserfolge erzielt. 2015 erlöste das Unternehmen über eine Million Euro. Doch der ganz große geschäftliche Durchbruch ließ auf sich warten, obwohl die Datenskandale um NSA bis BND eigentlich ein günstiges Marktumfeld für die Produkte von Protonet geschaffen hatten.

Start-ups mit schwachen Aussichten

Protonet gehört mit seinen Problemen in eine Reihe von Start-ups aus Hamburg, die zuletzt in schwieriges Fahrwasser geraten waren. So musste der Reisevermittler Triprebel vor wenigen Wochen das Aus seiner Internetplattform mitteilen. Bei Triprebel sollten die Kunden auch nach der Buchung von Preissenkungen oder verfügbaren Upgrades profitieren können – und das bis kurz vor dem Tag des Check-In. Doch diese Idee rechnete sich nicht.

Auch bei dem Spieleentwickler Goodgame liefen die Geschäfte zuletzt nicht mehr wie geplant. Die Firma mit Sitz in Hamburg-Bahrenfeld kündigte Massenentlassungen an. Überraschend meldete kürzlich auch der Webseiten-Dienstleister Jimdo, etliche Stellen streichen zu wollen. Das Unternehmen bietet für Privatleute und Firmen einen Baukasten, mit dem auch Laien eine eigene Webseite erstellen können. Es begründete den Aderlass damit, zuvor zu schnell gewachsen zu sein.