Hamburg

Zuflucht im Dom bei Schietwetter

Die Ursprünge des Hamburger Doms liegen wohl im 11. Jahrhundert. Im damaligen Hamburger Marien-Dom am Speersort suchten Händler, Handwerker und Gaukler Schutz vor Wind und Wetter. Das störte den Domherren, Erzbischof Burchard von Bremen, und so erteilte er den Schaustellern 1334 Hausverbot bei Strafe des Kirchenbannes. Die Kirchgänger nahmen ihm das allerdings übel. Deshalb gestattete der Erzbischof 1337 doch die Anwesenheit der Händler im Dom, aber nur bei Hamburger Schietwetter. So blieb der Markt im Dom, bis das Gebäude 1804 abgerissen wurde.

Danach zogen die Händler und Schausteller fast ein Jahrhundert lang durch Hamburger Stadtteile – ohne festen Standort.

Erst 1892 begannen laut Historikerin Alina Tiews Verhandlungen darüber, den Markt auf das Heiligengeistfeld zu verlegen. Die Schausteller seien allerdings zunächst skeptisch gewesen; sie fürchteten Umsatzeinbußen, weil das Heiligengeistfeld in einem baulich schlechten Zustand war. Im Jahr 1900 war der Umzug abgeschlossen. Auch heute noch heißen die Volksfeste nach dem ursprünglichen Standort Dom.