Kokainfund in Hamburg

Zoll-Pressekonferenz sollte weitere Geiselnahme verhindern

Zollbeamte präsentieren den Drogen-Rekordfund in Hamburg: 717 Kilo Kokain

Zollbeamte präsentieren den Drogen-Rekordfund in Hamburg: 717 Kilo Kokain

Foto: André Zand-Vakili

Die 717 Kilo Kokain sind die größte Menge, die der deutsche Zoll je sichergestellt hat. Tätergruppe agiert mit skrupelloser Gewalt.

Hamburg. Der Zoll kann einen großen Erfolg gegen den internationalen Rauschgifthandel verbuchen: Im Hamburger Hafen hat er 717 Kilogramm Kokain entdeckt, die größte Menge, die der deutsche Zoll jemals sichergestellt hat. Der Fund hat auf dem Schwarzmarkt einen Verkaufswert von etwa 145 Millionen Euro.

Zusammenhang mit anderen Entführung

Das Kokain entdeckten die Beamten in einem Container, der aus Curacao stammte, in die Niederlande weitertransportiert werden sollte und mit Metallschrott beladen war. Wie weitere Ermittlungen ergaben, steht der Kokainfund in Hamburg in Zusammenhang mit einem Entführungsfall in den Niederlanden. Offenbar hatten die Hintermänner den Verdacht, dass der Spediteur das Kokain gefunden und versteckt haben könnte. Dessen Entführung wurde inzwischen unblutig beendet.

Die Tätergruppe soll äußerst brutal sein und auch vor Gewaltverbrechen nicht zurückschrecken. Deswegen hat der deutsche Zoll den Fund am Freitag aus Sicherheitsgründen öffentlich gemacht, um weitere Gewalttaten zu verhindern. „Diese Gruppe soll auch schon Menschen getötet haben“, so der Leiter des Hamburger Zollfahndungsamtes. Es ist ein Signal an die Täter, dass dieses Kokain "vom Markt" ist und sich jetzt in den Händen der Behörden befindet.

Dazu sagte Norbert Drude, Leiter des Zollkriminalamtes: „Dieser Aufgriff beweist wieder den Spürsinn der Hamburger Zöllner und die Effizienz modernster Technik, leider zeigt er aber auch die ständig wachsende Bedrohung durch den internationalen Rauschgiftschmuggel und die wachsende Gewaltbereitschaft der Täter“.

Kokainpakete waren in Bleibleche eingeschlagen

Um die Drogen vor den Zollbeamten zu verstecken, hatten sich die Täter einiges einfallen lassen: Die Kokainpakete waren in Bleibleche eingeschlagen und in Big Bags verstaut, die ebenfalls mit Blei ausgekleidet und unter Metallschrott versteckt waren.

Dadurch sollte wahrscheinlich erreicht werden, dass die brisante Ladung nicht durch Röntgenaufnahmen entdeckt werden konnte. Außerdem waren die Bleiblöcke noch mit Benzin getränkt, um die Nasen der Drogensuchhunde zu täuschen. Alledings war der ganze Aufwand vergebens: Sowohl die Röntgenaufnahmen – Hamburg hat seit dem letzten Technik-Update die modernste Containerröntgenanlage der Welt – als auch die Spürhunde zeigten das Kokain an.