"muhboot"

Milka-Schiff im Harburger Binnenhafen gesunken

Das "muhboot" von Milka in Schräglage im Harburger Binnenhafen – inzwischen ist der Kutter auf Grund gelaufen

Das "muhboot" von Milka in Schräglage im Harburger Binnenhafen – inzwischen ist der Kutter auf Grund gelaufen

Foto: Andre Zand-Vakili

Nur noch der Kopf der Plastik-Kuh blickt aus dem Wasser. Mit einem verzweifelten Muhen hatte sie auf sich aufmerksam gemacht.

Hamburg. Der Notruf, der am Freitagmorgen bei der Feuerwehr einging, war mehr als ungewöhnlich: Im Harburger Binnenhafen drohte ein 30 Meter langes Werbeschiff der Schokoladenmarke Milka zu sinken. An Deck: Eine fünf Meter hohe, lilafarbene Plastik-Kuh. Inzwischen ist das circa 100 Tonnen schwere "muhboot" auf den Grund des Hafenbeckens gesunken. Nur noch der Kopf der Milka-Kuh blickt aus dem Wasser.

Feuerwehr schlängelt Diesel ein

Das Boot befand sich seit den frühen Morgenstunden im Hafenbecken nahe der Nartenstraße in starker Schräglage nach Steuerbord. Die Feuerwehr hatte seit circa 7.20 Uhr versucht, den Kutter in aufzurichten. "Inzwischen ist das Schiff aber auf Grund gesunken, nur noch der Kopf der Kuh schaut aus dem Wasser", sagte Feuerwehrsprecher Werner Nölken dem Abendblatt. "In Absprache mit dem Umweltamt schlängeln wir jetzt den auslaufenden Diesel ein." Es handele sich dabei nur um geringe Mengen Kraftstoff, die ins Wasser gelaufen sind.

Für die Bergung des Schiffs, dass einst in Harburg gebaut wurde, sei aber nicht mehr die Feuerwehr zuständig. "Darum muss sich der Eigner kümmern", sagte Nölken. "Derzeit wird ermittelt, wie schnell das Schiff geborgen werden muss." Vermutlich wird dazu ein Schwimmkran benötigt. Wie es zu der Schräglage gekommen ist, sei noch unklar. Personen seien nicht in Gefahr gewesen.

Ein letztes verzweifeltes Muhen

Kurios ist, wie Anlieger auf das sinkende Schiff aufmerksam wurden. Milka hatte beim Bau des Schiffes offenbar auf Authentizität gesetzt und nicht nur eine fünf Meter hohe Kuh an Deck platziert, sondern beim Einsatz auch "Muh"-Laute über Lautsprecher ertönen lassen. Vermutlich hatte die einsetzende Schräglage des Schiffs das Abspielen des Tonbands ausgelöst und so wurde die Frau des Werft-Eigners am Freitagmorgen durch wiederholtes Muhen aufgeweckt.

Das "muhboot" schippert seit drei Jahren durch die deutschen und österreichischen Gewässer, um für Milka-Schokolade zu werben. Die Aufmerksamkeit ist dem Werbeschiff nun zumindest sicher.