Höhepunkte im Norden

Kreuzfahrtsaison 2017 startet in Hamburg

Die „AIDAprima“ läuft auch in diesem Jahr Hamburg regelmäßig an. Ende 2017 wird sie dann ins Mittelmeer verlegt

Die „AIDAprima“ läuft auch in diesem Jahr Hamburg regelmäßig an. Ende 2017 wird sie dann ins Mittelmeer verlegt

Foto: Michael Rauhe

Schon diese Woche ist die „Queen Elisabeth“ in der Hansestadt zu Gast. Bei diesen Partys 2017 stehen die Traumschiffe im Mittelpunkt.

Hamburg/Rostock/Kiel.  Die nächste Kreuzfahrtsaison nimmt Anlauf: Mit der „Queen Elizabeth“ der britischen Cunard-Reederei ist an diesem Donnerstag das erste Passagierschiff in Hamburg zu Gast, in Kiel und Warnemünde nimmt die Saison 2017 von April an Fahrt auf.

Allein an diesen drei prominenten An- und Ablegestationen des Nordens sollen 2017 mehr als zwei Millionen Passagiere abgefertigt werden, wie aus den Erwartungen der Terminalbetreiber hervorgeht. Für Schaulustige sind nicht nur die An- und Ablegemanöver der schwimmenden Hotels ein Hingucker.

„Mein Schiff 6“ wird am 1. Juni getauft

Hunderttausende „Sehleute“ werden in Hamburg zum Hafengeburtstag (5. bis 7. Mai) und den Cruise Days (8. bis 10. September) erwartet, wenn sich die Kreuzfahrtschiffe wieder ein Stelldichein in der Elbstadt geben. Zeitlich zwischendrin tauft am 1. Juni die Reederei Tui Cruises hier ihr sechstes Flottenschiff („Mein Schiff 6“).

Im hohen Norden lassen sich die Hotelschiffe traditionell bei der Kieler Woche sehen. In Warnemünde locken fünf „Port Partys“ inklusive Schlepperballett wieder zum Schunkeln und Staunen. Die Standorte im Einzelnen:

Hamburg

Den Schiffsanlauf am 5. Januar nimmt die Hamburger Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) zum Anlass, über Planungen im Hafen zu informieren. Eines steht schon fest: Am Kreuzfahrtterminal Hafencity gibt es weniger Platz, weil hier die Baugrube für das neue Gebäude-Ensemble am südlichen Überseequartier ausgehoben werden wird. Es soll ein Terminal mit zwei Liegeplätzen bekommen, das mehr als 3000 Passagiere gleichzeitig abfertigen kann.

Im beginnenden Baujahr steuern nach Angaben des Betreibers Cruise Gate Hamburg noch 27 Passagierschiffe das Hafencity-Terminal an, etwa ein Achtel der insgesamt erwarteten Schiffsanläufe. Nach 2016 mit 171 Schiffsanläufen sowie 710.000 Passagieren soll auch die bis 31. Dezember 2017 laufende Saison wieder ein Rekordjahr mit erwarteten 800.000 Passagieren werden. Erstmals soll es gut 200 An- und Abfahrten von Traumschiffen zwischen Anfang Januar und Silvester geben – von insgesamt 44 unterschiedlichen Schiffen, darunter sechs, die nie zuvor die Elbe hin-auf bis Hamburg gefahren sind.

Warnemünde

Der Kreuzfahrt-Konkurrenzkampf zwischen den beiden Hansestädten dürfte sich 2017 weiter verschärfen. Der Hafen in Rostock-Warnemünde erwartet mehr als 800.000 Kreuzfahrtgäste nach 766.000 Abfertigungen 2016. Mit 192 Anläufen 2017 soll es elf mehr geben als im Vorjahr.

Die Kreuzfahrtsaison an der Ostsee läuft vom 27. April bis 12. Oktober. Im kleineren Hafen Wismar mit bisher elf erwarteten Anläufen wird ebenfalls gebuddelt: Ein Kreuzfahrtliegeplatz wird von Frühjahr an modernisiert.

Kiel

Auch hier gibt es nach Angaben des Hafens Verbesserungen. Das Terminal am Ostseekai werde mit einer neuen Druckrohrleitung an das städtische Netz angeschlossen. Dadurch werde die bisherige Aufnahmekapazität für Abwasser vom Kreuzfahrtschiff von 30 Kubikmeter pro Stunde „um ein Vielfaches erhöht“, teilte der Betreiber mit. Für die Saison vom 9. April bis 21. Oktober sind den Angaben zufolge bisher 128 Anläufe vorgesehen. 420.000 Passagiere sollen demnach an und von Bord gehen, weniger als 2016 mit rund 485.200. Ein Höhepunkt der Saison ist die traditionelle Kieler Woche (17. bis 25. Juni), zu der 15 mal Kreuzfahrtschiffe einlaufen.

Nach Angaben des Branchenverbands Clia der internationalen Kreuzfahrt-Industrie sollen im laufenden Jahr weltweit 26 Hochsee-, Fluss- und Spezialkreuzfahrtschiffe auf Jungfernfahrt gehen. Bislang sind 448 Kreuzfahrtschiffe unterwegs. Für die Neubauten mahnen die Umweltschützer seit Jahren die Installation von Abgasreinigungssystemen an sowie den Einsatz alternativer Kraftstoffe wie verflüssigtes Erdgas (LNG), um die Schadstoffemissionen zu verringern.