Magen-Darm-Erreger

Hunderte Schüler an Hamburger Gymnasium mit Virus infiziert

 Noroviren sind nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Institutes weltweit verbreitet und für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten ansteckenden Magen-Darm-Entzündungen bei Kindern und Erwachsenen verantwortlich

Noroviren sind nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Institutes weltweit verbreitet und für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten ansteckenden Magen-Darm-Entzündungen bei Kindern und Erwachsenen verantwortlich

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/rki

Eltern sollen entscheiden, ob Kinder zur Schule gehen. Noro-Virus in diesem Jahr besonders tückisch – was Sie tun können.

Hamburg. Ausnahmezustand am Gymnasium Eppendorf: Mehr als die Hälfte der Schüler ist offenbar vom Noro-Virus betroffen. Wie die Hamburger Schulbehörde mitteilte, waren am Mittwoch 460 von 860 Schülern als erkrankt gemeldet.

Der Magen-Darm-Erreger führt zu starkem Flüssigkeitsverlust und ist deshalb vor allem für Kleinkinder, alte Menschen und geschwächte Personen gefährlich. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr in Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Altersheimen.

Zwei Tage zwangsfrei vor den Ferien

Die Schulleitung des Gymnasiums Eppendorf habe es den Eltern freigestellt, ihre Kinder am Donnerstag und Freitag und damit an den letzten beiden Schultagen vor den Ferien zur Schule zu schicken. Ein regulärer Schulbetrieb sei ohnehin kaum noch aufrechtzuerhalten, zudem bestehe das Risiko weiterer Infektionen.

"Eine Notfallbetreuung für diejenigen gesunden Schüler, bei denen die Eltern keine anderweite Betreuung sicherstellen können, wird durch die Schule gewährleistet. Zuletzt waren dementsprechend auch nur eine Handvoll Schüler in der Schule", so Behördensprecher Peter Albrecht. Von weiteren Schulen sei der Behörde nichts Vergleichbares nicht bekannt.

Norovirus ist tückisch – so schützt man sich

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wurden in diesem Jahr bis einschließlich der 50. Kalenderwoche (18. Dezember) 1980 Fälle des Noro-Virus verzeichnet, das ist in etwa so viel wie im vergangenen Jahr. In diesem Jahr habe die Verbreitungsaktivität laut Rico Schmidt, Sprecher der Gesundheitsbehörde, allerdings etwas früher begonnen als sonst. Auch die Krankenkassen registrierten bundesweit erheblich gestiegene Fallzahlen.

Vor der Infektion schützen kann man sich übrigens nur durch strenges Einhalten der Hygieneregeln, wie zum Beispiel häufiges Händewaschen. Um Infektionen durch Lebensmittel zu vermeiden, sollte man laut Robert-Koch-Institut (RKI) insbesondere Gerichte mit Meeresfrüchten gut durchgaren. Eine Impfung gegen das Virus gibt es nicht. Die Therapie besteht – wie bei allen Magen-Darm-Infektionen – darin, den Verlust von Salzen und Flüssigkeit auszugleichen.