Hamburg

Mahnwache gegen den Terror

Muslime spenden Blut in der City. Flüchtlinge fürchten Generalverdacht

Hamburg. Deutliches Signal nach dem Anschlag von Berlin: Etwa 50 Muslime haben am Donnerstagnachmittag in der City eine Mahnwache gegen Terror gehalten und Blut gespendet. Die Versammlung fand nahe dem Hauptbahnhof an der Spitalerstraße statt. „Nach dieser Tragödie geht es uns um ein klares Bekenntnis zu Menschlichkeit und gegen Verbrechen“, sagte Asif Malik vom islamischen Bündnis „Ahmadiyya Muslim Jamaat“, das zu der Aktion aufgerufen hatte.

Mit Sorge habe man beobachtet, dass unmittelbar nach den Anschlägen die Debatte über die Gefahr durch Flüchtlinge und Muslime insgesamt diskutiert werde. „Es darf nicht sein, dass die Aktion eines oder mehrerer Täter eine gesamte Gruppe oder Religions­gemeinschaft unter Generalverdacht stellt“, sagte Malik. Neben der Mahnwache sei bereits direkt nach dem Anschlag in der Gemeinde die Idee aufgekommen, auch öffentlich Blut zu spenden. „Der Täter hat Blut vergossen, wir wollen mit den Blutspenden dagegen Gutes tun“, sagte Asif Malik. Die Teilnehmer der Mahnwache trugen zudem T-Shirts mit dem Schriftzug „Muslime für Frieden“ und hielten Plakate hoch.

Auch in Gruppen von muslimischen Vereinen und Flüchtlingen in den sozialen Medien wird der Anschlag in Berlin scharf verurteilt. Außerdem verbreiten die Mitglieder den Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamts zur Ergreifung des mutmaßlichen Attentäters in deutscher und arabischer Sprache. Von Helfern heißt es, die Furcht vor Ressentiments gegen Flüchtlinge sei hoch.

Bereits am Mittwoch hatten in Berlin mehrere Hundert Deutsche gemeinsam mit Flüchtlingen mit einem Weihnachtssingen ein Zeichen gegen Terrorismus gesetzt. (crh)