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Bringt Industrieschnee weiße Weihnachten nach Hamburg?

Auf dem Weg zum Fest fällt womöglich etwas Schnee, wenn genügend Wasserdampf vorhanden ist (Archivfoto)

Auf dem Weg zum Fest fällt womöglich etwas Schnee, wenn genügend Wasserdampf vorhanden ist (Archivfoto)

Foto: Daniel Reinhardt

Ausgerechnet Firmen mit ihren Wasserdampf-Emissionen könnten eine Schicht wie Puderzucker über die Stadt legen.

Hamburg. Der Blick in die Glaskugel zum Fest verrät: Weiße Weihnachten über dem ganzen Land wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Für die meisten Menschen in Deutschland sieht Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) keine Chance auf Schnee in der Heiligen Nacht. Für eine exakte Prognose sei es mehr als eine Woche vor dem Fest allerdings zu früh.

Jetzt macht das Hamburger Institut für Wetter- und Klimakommunikation etwas Hoffnung auf weiße Weihnachten in einigen Regionen des Landes. Ausgerechnet Industrieanlagen könnten eine hauchdünne Schneedecke zaubern. Die vage Prognose: Weil voraussichtlich eine Inversionswetterlage rund um Weihnachten besteht, könnte in Ballungsräumen so genannter Industrieschnee fallen. Er entsteht aus Wasserdampf und ähnlichen Emissionen von Betrieben. Voraussetzungen sind geringe Luftbewegung, nebeliges Wetter, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die oberen Luftschichten sind dabei wärmer als die unteren (Inversionswetterlage).

"Eine Ausnahme könnten bei dieser Lage ausgerechnet die sonst oft wintergrauen Ballungsräume darstellen", sagen die Peter Schwarz und Kent Heinemann vom Institut für Wetter- Klimakommunikation mit Sitz in Jenfeld. Der Industrieschnee wäre dann "wenigstens für einen Hauch weißer Weihnacht gut".

Alle neun Jahre weiße Weihnacht in Hamburg

Flächendeckender Schnee zum Fest für ganz Deutschland ist jedoch sehr selten. Zuletzt gab es weiße Weihnachten im ganzen Land im Jahr 1981. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fällt in Hamburg durchschnittlich alle neun Jahre zum Weihnachtsfest Schnee. München ist die deutsche Großstadt mit der höchsten Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten.

Tief verschneite Winterlandschaften und Dauerfrost finden sich derzeit in Teilen Skandinaviens. Die Bergregionen Norwegens und Schwedens sehen mit Schneehöhen von mehr als 50 Zentimetern winterlicher aus als weite Teile der Alpen, heißt es bei den Hamburger Wetterexperten.

Morgen können sich die Hamburger auf gut sechs Stunden Sonnenschein freuen. Die Temperaturen liegen zwischen minus zwei und plus drei Grad. Am Sonntag klettern die Temperaturen auf acht Grad. Dann kann sich Nebel bilden, der auch die Tage vor dem Fest prägen und womöglich wenigstens Industrieschnee bilden lässt.