Fördergeld

Hamburger Preis für Tierversuch-Alternativen verliehen

Mäuse werden besonders häufig bei Laborversuchen eingesetzt

Mäuse werden besonders häufig bei Laborversuchen eingesetzt

Foto: dpa

Auszeichnung im Rathaus: 20.000 Euro für Forscher aus Konstanz und Berlin. Linke-Politiker: Nicht mehr als ein erster kleiner Schritt.

Hamburg. Bei einem Festakt am Freitag im Rathaus haben Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) erstmals den bundesweit ausgeschriebenen Hamburger Förderpreis für die Erforschung von Alternativen zum Tierversuch vergeben.

Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung teilen sich der Biochemiker Marcel Leist von der Universität Konstanz und Christopher Weidner vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin. Leist hat ein Verfahren entwickelt, um giftige Eigenschaften von Substanzen an menschlichen Zellen zu testen. Weidner analysiert, ob Daten aus einem geplanten Tierversuch überhaupt aussagekräftig und auf den Menschen übertragbar sind. Die Preisträger waren aus neun Bewerbungen ausgewählt worden.

Bundesweit 2,8 Millionen Tiere für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt

„Das ist leider nicht mehr als ein erster kleiner Schritt“, sagte dazu Stephan Jersch, tierschutzpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Bürgerschaft. „Es gibt mittlerweile anerkannte Testverfahren, die einen großen Teil der Tierversuche schon heute überflüssig machen. Tierversuche sofort zu unterbinden und daran zu forschen, auch den Rest der Tierquälerei zu unterbinden, ist Aufgabe des Senats. Das symbolische Beweihräuchern von Absichtserklärungen mit 20.000 Euro alle zwei Jahre hilft da nicht viel weiter.“

Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 2,8 Millionen Tiere für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt – davon 163.000 in Hamburg.