Hamburg

HSH Nordbank sucht weltweit nach einem Käufer

Eingang zur HSH Nordbank in Hamburg

Eingang zur HSH Nordbank in Hamburg

Foto: dpa

Viele Banken haben bereits abgewinkt. HSH Nordbank sieht sich aber mit gestiegenen Gewinn für den geplanten Verkaufsprozess gewappnet.

Hamburg.  Die HSH Nordbank streckt ihre Fühler weltweit nach Kaufinteressenten aus. „Wir sind in Amerika, wir sind in Europa, wir sind in Asien unterwegs“, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch am Freitag bei der Präsentation der Zwischenbilanz nach neun Monaten in Hamburg.

Die Eigner der Landesbank, die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, würden sich ab dem Frühjahr darum bemühen, das von der Dauerkrise in der Schifffahrt schwer gebeutelte Institut als Ganzes zu verkaufen. Möglich sei jedoch auch eine getrennte Veräußerung der profitablen Kernbank und der Abbaubank.

Bank leidet unter Schifffahrtskrise

„Für beide Töpfe gibt es einen Deckel“, sagte Ermisch. „Wir sprechen zwei Investorenprofile an.“ Er gehe davon aus, dass die Länder bei dem Verkauf „sehr klug agieren“ werden. Das Institut muss auf Druck der EU-Kommission bis 2018 einen Käufer finden, andernfalls wird es abgewickelt. Viele deutsche Banken haben bereits abgewinkt. Die Bank leidet besonders stark unter der seit acht Jahren andauernden Schifffahrtskrise, die sich zuletzt zugespitzt hat.

In den ersten neun Monaten erhöhte das Institut deshalb die Risikovorsorge für Schiffskredite nochmals auf knapp eine Milliarde Euro, 50 Prozent mehr als zur Jahresmitte. Da ein Großteil davon durch die Ländergarantie abgedeckt wird, schreibt das Institut schwarze Zahlen.

Kernbank erzielte Gewinn von 535 Millionen Euro

Das liegt vor allem an der Kernbank, in der das profitable Geschäft mit Immobilien-, Unternehmenskunden und erneuerbaren Energien gebündelt ist. Die Kernbank erzielte in den ersten drei Quartalen des Jahres einen Gewinn vor Steuern von 535 Millionen Euro, nach 347 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum.

Insgesamt sieht sich die HSH Nordbank mit einem gestiegenen Gewinn für den geplanten Verkaufsprozess gewappnet. Unter dem Strich habe das Institut in den ersten neun Monaten des Jahres einen Nettogewinn von 163 Millionen Euro erzielt, teilte die Bank am Freitag mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 24 Millionen Euro. Trotz einer unverändert schwierigen Situation an den Schiffsmärkten rechne die Bank nach wie vor mit schwarzen Zahlen für das Gesamtjahr, erklärte Vorstandschef Ermisch.