Hamburg

„Schreibt, welche Straßen nicht gesperrt sind – wird kürzer“

Bei Twitter und Facebook äußern sich etliche Hamburger verärgert über Straßensperrungen und Lärm. Doch die Polizei erhält auch Lob

Hamburg. Das OSZE-Treffen hatte am Donnerstag gerade erst begonnen, da beklagten sich die ersten Hamburger in den sozialen Medien im Internet über Lärm. „Haut mit euren Hubschraubern ab. Keins unserer Krippenkinder bekommt ein Auge zu, alle heulen verängstigt“, schrieb Twitter-Nutzerin @missanti1910. Andere forderten die Hamburger Polizei zu einem Statement hinsichtlich der „armen Kinder“ auf. Die reagierte prompt: „Das tut uns sehr leid. Wir können es leider aktuell nicht unterbinden & hoffen, die Kinder finden noch ein bisschen Ruhe.“

Das allerdings provozierte schon die nächste Frage: „Was für eine kritische Aufgabe übernehmen die Helis für euren Einsatz?“, wollte @ThYpHoOn wissen. „Über taktische Einsatzgründe können wir leider keine Auskunft erteilen“, antwortete die Polizei.

Andere Hamburger quittierten den Hubschrauberlärm und die enorme Beamtenpräsenz in der Stadt mit Humor. „Ich glaube ja, ab Sonnabend wird mir das stete Hubschrauber-Gebrumme fehlen. Muss man wieder mit der Familie reden“, twitterte @AUNTanny. „Der Betreuungsschlüssel durch die Polizei ist besser als in unserer Kita! Ich stell mein Kind heute einfach auf die Straße“, schrieb @villastoff.

Mehr noch als die Überwachung aus der Luft sorgten Straßensperrungen für zahlreiche Kommentare auf Twitter. Zwar informierte die Polizei teilweise im Minutentakt über neue Sperrungen und beantwortete Fragen rasch, wofür sich etliche Nutzer höflich bedankten. Andere reagierten allerdings mit Sarkasmus: „Schreibt doch lieber, welche Straßen nicht gesperrt sind. Wird kürzer!“, schrieb @_garnicht.

„Warum lasst ihr den ganzen Tag den Motor laufen?“

Erbost zeigten sich einige Nutzer über das Parkverhalten der Polizei und verwiesen auf Fotos, die eine freie Parkfläche zeigen und daneben einen von Einsatzwagen blockierten Fuß- und Radweg. „Ist ein Witz, oder @PolizeiHamburg?“, hieß es etwa dazu. „Danke für den Hinweis! Die Kollegen sind bereits informiert“, lautete die Reaktion. Ein Nutzer insistierte: „Was gibt der @PolizeiHamburg eigentlich das Recht, ihre Fahrzeuge auf sämtlichen Fahrradwegen der Stadt zu parken?“ Die Antwort: „Zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben kann vom §35(1) StVO Gebrauch gemacht werden.“

„Warum lasst ihr den ganzen Tag den Motor von euren Fahrzeugen laufen, auch wenn die über längere Zeit parken?“, fragte @InkMinki. „Dies muss schon mal sein, damit technische Geräte in den Fahrzeugen mit Strom versorgt werden“, schrieb die Polizei.

Auch auf der Facebook-Seite der Polizei gab es Beschwerden – allerdings auch Gegenreden. „Dieses ganze Genörgel geht einem echt auf den Keks“, schrieb Susi Bergelt. „Es ist alles lange genug vorher angekündigt worden. Und wer an solchen Tagen dann nicht das Auto stehen lässt oder Park & Ride nutzt, hat selber Schuld. Die Polizei macht auch nur ihren Job.“ Facebook-Nutzerin Nicole Baumann schrieb: „Vielen Dank für euren Einsatz und die ganze Arbeit, die ihr leistet!!!!!“

Womöglich ermutigt durch dieses Lob teilte die Polizei gegen Nachmittag auf Facebook mit, die Lage in der Innenstadt entspreche ihren Erwartungen, „Ein großes Verkehrschaos ist ausgeblieben“ – womit sie postwendend Widerspruch erntete.

Am späten Nachmittag rückten die Demonstrationen in der Innenstadt in den Vordergrund und die Polizei informierte in kurzen Abständen über den Standort der Demonstranten. Twitter-Nutzer @nurdersven schrieb: „Jetzt ist wohl ordentlich was los auf den Straßen in #Hamburg. Zum Glück bin ich zu Hause.“