Hamburg

Vier Hausbesetzer nach Angriff auf Polizisten verurteilt

Sie hatten unter anderem ein Waschbecken auf die Beamten geworfen und standen wegen versuchten Totschlags vor Gericht.

Hamburg. Das Hamburger Landgericht hat am Montag vier Hausbesetzer zu Bewährungsstrafen verurteilt. Drei Männer im Alter von 21, 22 und 23 Jahren erhielten Jugendstrafen zwischen einem Jahr und drei Monaten und einem Jahr und fünf Monaten, wie ein Gerichtssprecher sagte. Für eine 19-Jährige lautete das Urteil ein Jahr und zwei Monate. In dem Verfahren ging es um eine kurzfriste Hausbesetzung in der Breiten Straße in Altona während der so genannten Squatting Days im August 2014.

Dabei hatten die Besetzer die Polizisten angegriffen. Der Prozess hatte vor gut einem Jahr begonnen, im zweiten Anlauf. Der erste Start im August 2015 war wegen eines Formfehlers bei der Berufung der Schöffen geplatzt. Es gab mehr als 40 Verhandlungstage.

Tötungsvorsatz wurde nicht nachgewiesen

Zu den Anklagepunkten gegen die ursprünglich sechs Angeklagten zählte auch versuchter Totschlag. Videoaufnahmen von der Hausbesetzung in der Breiten Straße Ende August 2014 hätten zwar gezeigt, wie die Besetzer Bruchstücke eines Waschbeckens, eine schwere Tür und einen Nachtspeicherofen aus dem vierten Stock eines Hauses in Altona warfen.

Nach Ansicht der Strafkammer habe sich aber kein Tötungsvorsatz nachweisen lassen. Die Polizisten hätten etwas weiter weg gestanden. Verurteilt wurden die Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und anderer Delikte.

Ein fünfter Angeklagter hatte die Vorwürfe zumindest zum Teil eingeräumt. Der 32-Jährige war Ende September zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der sechste Angeklagte war kurz nach Beginn des Prozesses verhandlungsunfähig geworden.