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Virtuelle Realität: Hamburg soll Pionier werden

Die Hamburger Hightechschmiede Absolute Software mit Geschäftsführer Oliver Rößling macht einen virtuellen Spaziergang durch die Elbphilharmonie möglich

Die Hamburger Hightechschmiede Absolute Software mit Geschäftsführer Oliver Rößling macht einen virtuellen Spaziergang durch die Elbphilharmonie möglich

Foto: Klaus Bodig / HA

Rot-Grün will Stadt zum weltweiten Vorreiter machen. 300.000 Euro für Initiative. Hamburger Zukunftsbranchen würden profitieren.

Hamburg.  Hamburg soll nach den Plänen der rot-grünen Regierung zu einer weltweit beachteten Pionierstadt bei der Entwicklung der „Virtual Reality“ (VR) werden. Mit diesem Begriff wird die Darstellung künstlicher oder an die Realität angelehnter Welten durch Computerprogramme bezeichnet. Mit speziellen Geräten (etwa Spezialbrillen) kann man sich mithilfe der VR durch simulierte Gebäude oder durch künstliche Landschaften bewegen. Die Hoffnung auf Fortschritte in der VR ist bei vielen Unternehmen groß – nicht nur in der Spielebranche, sondern auch in der Industrie. Denkbar ist etwa die Begehung von Gebäuden vor dem Bau – um so auf eventuelle Planungsfehler frühzeitig aufmerksam zu werden.

Die rot-grüne Koalition in der Bürgerschaft fordert den Senat nun in einem Antrag auf, „eine Initiative zu entwickeln beziehungsweise zu unterstützen, die Hamburg als Pionierstandort“ für Anwendungen der virtuellen und erweiterten Realität „international eta­bliert“. Für den „Anschub dieser Initiative“ sollen in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

Bald eines der wichtigsten Wirtschaftsthemen

„Virtual Reality wird schon bald zu den wichtigsten Wirtschaftsthemen weltweit zählen“, sagte SPD-Medien- und Wirtschaftspolitiker Hansjörg Schmidt dem Abendblatt. „Hamburg hat die einmalige Chance, sich als Pionier in diesem innovativen Technologie-Bereich zu platzieren und so langfristig eine Führungsrolle mit weltweiter Wahrnehmung zu sichern.“ Davon würden vor allem die „Hamburger Zukunftsbranchen Luftfahrt, Hafen, Immobilien, Logistik, Gesundheit, Medien und Handel enorm profitieren“, so Schmidt.

Grünen-Medien- und Netzpolitiker Farid Müller sieht auch „Hamburgs Start-ups mit Virtual-Reality-Technik weit vorne“. In der Spiele-, Musik- oder der Immobilienbranche – „überall werden gerade Geschäftsmodelle mit VR getestet“, so Müller. „Diesen Hamburger Vorsprung wollen wir jetzt ausbauen und seitens der Stadt Unternehmen und Gründer unterstützen.“

Grundlagen für Vorreiterstellung in Hamburg besonders gut

SPD und Grüne betonen, dass die Grundlagen für eine Vorreiterstellung der VR in Hamburg besonders gut seien, da es hier bereits regelmäßige Veranstaltungen zu diesem Thema gebe, etwa „VR Meetups“, ein „VR-Stammtisch oder das Virtual Weekend, mit teilweise bis zu 100 Teilnehmern“.

Es existiere zudem bereits „eine starke Forschungsexpertise in den Bereichen Virtual Reality, Augmented Reality und 360°-Video an den Hamburger Hochschulen mit internationaler Exzellenz“, sagte SPD-Politiker Schmidt. „Außerdem gibt es eine Vielzahl von etablierten Unternehmen und Industriezweigen in Hamburg, die diese neuen Technologien in verschiedensten Anwendungsszenarien bereits erfolgreich einsetzen.“