Hamburg/Duisburg

Gabriel zählt Scholz zu möglichen Kanzlerkandidaten

SPD-Chef bringt Bürgermeister neben sich und Martin Schulz als „Dritten im Bunde“ ins Spiel

Hamburg/Duisburg.  SPD-Parteichef Sigmar Gabriel sieht neben dem Europapolitiker Martin Schulz (SPD) und sich selbst auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) als möglichen Kanzlerkandidaten seiner Partei. Beim Parteitag des SPD-Unterbezirks Duisburg sagte Gabriel am Freitagabend den etwa 230 Delegierten, Journalisten wollten immer nur wissen, ob er oder EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Kanzlerkandidat werde. „Was ich unfair finde: Die vergessen, dass wir noch einen Dritten im Bunde haben, Olaf Scholz“, sagte Gabriel.

Scholz ist seit 2011 Hamburgs Erster Bürgermeister. Zuvor war er nach dem Rückzug Franz Münteferings aus dem Bundeskabinett seit November 2007 Bundesminister für Arbeit und Soziales, bis nach der Bundestagswahl 2009 eine Bundesregierung ohne Beteiligung der SPD gebildet wurde.

Seit der Ankündigung von Kanzlerin Angela Merkel vom vergangenen Sonntag zur erneuten Kandidatur für die Union wächst der Druck auf die Sozialdemokraten, einen Herausforderer zu benennen.

Olaf Scholz hat in der Vergangenheit immer wieder betont, er wolle Bürgermeister in Hamburg bleiben und bei der Bürgerschaftswahl 2020 in seiner Heimatstadt erneut antreten.

Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ sprechen sich 51 Prozent der Befragten für den Europapolitiker Schulz als geeigneten SPD-Kanzlerkandidaten aus. Parteichef Ga­bri­el kommt auf 29 Prozent Zustimmung. Unter SPD-Anhängern ist der Vorsprung für Schulz mit 64 Prozent (Gabriel: 27 Prozent) noch deutlicher.