Altona

Frau getötet – Lkw-Fahrer verurteilt

Sein Sattelzug fuhr auf das Stauende auf – 51-Jährige überlebte den Unfall nicht

Altona.  Beim ersten Crash hatte sie noch Glück im Unglück: Da saß die 51-Jährige in ihrem Pkw im Stau vor dem Elbtunnel, von dem Lkw hinter ihr auf den vor ihr fahrenden Laster raufgeschoben, verletzt, aber am Leben. Doch Sekunden später rollte ein Sattelzug heran, der auf das Stauende auffuhr und durch den der Wagen der Frau letztlich von knapp vier Metern Länge auf nur noch einen Meter zusammengestaucht wurde. Das Opfer hatte keine Chance: Noch am Unfallort erlag die Frau ihren schweren Kopfverletzungen.

Wegen dieses schlimmen Unfalls auf der Autobahn 7 vom September 2013 stand jetzt der Fahrer des Sattelzugs als Angeklagter vor dem Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft warf dem 52-Jährigen fahrlässige Tötung vor, weil er den erforderlichen Sicherheitsabstand nicht eingehalten habe. Laut Anklage fuhr sein 14 Tonnen schwerer Sattelzug mit Tempo 37 auf das Stauende auf.

Er habe bei dem vor ihm fahrenden Lkw kein Bremslicht gesehen und deshalb seinerseits nicht rechtzeitig sein Tempo drosseln können, hatte Peter E. zum Prozessauftakt ausgesagt – und dass ihm der Unfall unendlich leid tue.

An die Eltern der 51-Jährigen, die den Prozess als Zuschauer verfolgten, hatte er zudem einen Brief geschrieben und ihnen darin sein Beileid bekundet. Auch ihm falle es schwer, das Geschehen zu verarbeiten, sagte der Angeklagte. Nach dem Unfall hatte ihm seine Firma gekündigt, hinter das Steuer eines Lkw hat Peter E. sich seitdem nie wieder gesetzt.

Mittlerweile arbeitet der Familienvater als Hausmeister.

Am Ende verurteilte der Amtsrichter den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 30 Euro wegen fahrlässiger Tötung, ein Strafmaß, das dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprach.

„Den entscheidenden Impuls für das Versterben des Opfers haben Sie gesetzt“, sagte der Vorsitzende zum Angeklagten. Wenn ein Auto von fast vier Metern Länge auf einen Meter zusammengeschoben werde, „ist es klar, dass niemand das überleben kann“, so der Richter. Bei der Tat handele es sich um ein „Augenblicksversagen“. Der 52-Jährige müsse mit seinem „eigenen Gefühl der Schuld leben“ und damit, welche schrecklichen Folgen der Verkehrsunfall für das Opfer und deren Familie hat.