Winterhude

Alsterfährbetrieb: Mittwoch stimmt die Bürgerschaft ab

Rot-Grün in Hamburg-Nord lehnt das Projekt ab. Ein Verkehrsberater kritisiert das

Winterhude. Der Plan der Hamburger CDU, einen Alsterfährbetrieb zwischen Mühlenkamp und Jungfernstieg einzurichten, ist auf Bezirksebene gescheitert. Im Verkehrsausschuss lehnte die rot-grüne Mehrheit einen entsprechenden Antrag des CDU-Abgeordneten Christoph Ploß jetzt ab.

Verkehrberater Dieter Doege, der sich schon für eine Hamburger Stadtbahn engagiert hatte und bei der Sitzung anwesend war, kritisiert: „Die Grünen haben völlig sinnlos gegen den Linienschiffbetrieb argumentiert. Dabei sollten gerade sie wissen, dass Schiffe wegen ihres energiesparenden Gleitens durchs Wasser die umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln sind.“ Auch die SPD habe „bar jeglicher Ahnung“ Behauptungen aufgestellt, die keiner seriösen Betrachtung standhielten. Umgerechnet auf die Fahrgastkapazität betrage der Energieverbrauch selbst betagter Alsterschiffe nur 12,5 Prozent eines modernen Busses. 18-Meter-Gelenkbusse (105 Fahrgäste) benötigten im Betrieb auf 100 Kilometer 65 Liter Diesel, Doppelgelenkbusse (140 Fahrgäste) 75 Liter, Alsterschiffe (bis 195 Fahrgäste) jedoch nur 15 Liter.

Auf eine Anfrage von drei SPD-Bürgerschaftsabgeordneten zu den Alsterfähren antwortete der Senat, dass diese wegen der längeren Fahrzeit „keine sinnvolle Ergänzung“ des Nahverkehrs wären. Doege hat ausgerechnet, dass die Metrobuslinie 6 die 4,1 Kilometer zwischen Mühlenkamp und Rathausmarkt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 11,7 Kilometer pro Stunde zurücklegt. „Damit ist sie die mit Abstand langsamste Buslinie Hamburgs.“ Am Mittwoch wird das Thema Alsterfähren in der Bürgerschaft diskutiert.