Flugzeugbau

Gewerkschafter sehen Tausend Jobs bei Airbus in Gefahr

Mehr als 1000 Jobs stehen bei dem französische Flugzeugbauer  zur Disposition

Mehr als 1000 Jobs stehen bei dem französische Flugzeugbauer zur Disposition

Foto: EDGAR SU / REUTERS

Vor allem Toulouse dürfte vom Stellenabbau in der Verwaltung betroffen sein. Gesamtüberblick soll es Ende des Monats geben.

Toulouse/Hamburg.  Durch den Konzernumbau bei Airbus sollen nach Angaben französischer Gewerkschafter Hunderte Stellen wegfallen. Das Management des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns habe gegenüber Arbeitnehmervertretern bereits Streichungen von bis zu 780 Jobs angekündigt, sagte Jean-Marc Escourrou von der Gewerkschaft FO. Er gehe davon aus, dass am Ende sogar mehr als 1000 Jobs zur Disposition stehen, erläuterte er am Mittwoch im Sender BFMTV. Es geht um Stellen in der Verwaltung, die Produktion sei nicht betroffen.

Noch keine Entscheidungen gefallen

Der Konzern erklärte, aus Respekt für die Gespräche mit den Sozialpartnern kommentiere man Medienspekulationen nicht. Ein Firmensprecher in Hamburg sagte, es seien noch keine Entscheidungen gefallen und daher könne man auch noch keine Angaben über die Auswirkungen auf einzelne Standorte machen.

Airbus-Chef Tom Enders hatte im September angekündigt, das Management zu straffen. Die dominierende Passagierjet-Sparte verschmilzt mit den Konzernstrukturen der Airbus Group zu einer neuen Gesellschaft. So will der Deutsche den Boeing-Konkurrenten beweglicher machen, Doppelstrukturen abbauen und Kosten senken. Der Airbus-Konzern beschäftigt weltweit 137.000 Mitarbeiter. Da sowohl die Obergesellschaft Airbus Group als auch die Ziviljet-Sparte ihren Sitz in Toulouse haben, dürfte vor allem dieser Standort vom Umbau betroffen sein.

Im Gespräch sind 780 Stellen

Die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“ nannte unter Berufung auf die Gewerkschaft CFTC ebenfalls die Zahl von 780 Stellen, die wegfallen sollten. Besonders die Bereiche Entwicklung, Kommunikation und IT seien betroffen. Auch in der internationalen Strategie- und der Rechtsabteilung solle gestrichen werden. Der Gewerkschafter Michel Molesin von der CGT nannte es beunruhigend, dass es offenbar vor allem um Einsparungen gehe. Er verwies als Beispiel auf beabsichtigte Stellenstreichungen in der Forschung und Entwicklung. Dies werfe Fragen zur Strategie auf, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit verkünde das Management Schritt für Schritt seine Vorstellungen für jeden einzelnen Bereich. Am 29. November solle ein Gesamtüberblick vorgestellt werden – dann werde es wohl auch mehr Klarheit zu den Folgen für die Mitarbeiter geben, bevor die eigentlichen Verhandlungen beginnen könnten.

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