Hamburg

Gault&Millau zeichnet 29 Restaurants aus

Bester Koch in Hamburg bleibt Christoph Rüffer vom Haerlin. Petit Amour und Jellyfish vom Gourmet-Führer zu Newcomern des Jahres gekürt

Hamburg. Die beiden Hamburger Köche Laurin Kux (Jellyfish) und Boris Kasprik (Petit Amour) sind vom französischen Gourmet-Führer Gault&Millau als Newcomer mit 15 von 20 Punkten ausgezeichnet worden. Das heute im Münchner Christian Verlag erscheinende Buch (34,99 Euro) listet die beiden zum ersten Mal in jener Klasse, in der nach dem Verständnis des Guides Kochen zur Kunst wird.

„Ich freue mich sehr“, sagte Kux dem Abendblatt. Er ist seit Anfang des Jahres Küchenchef in dem Lokal an der Weidenallee. „Das bestärkt mich und das ganze Team, so weiterzumachen.“ Der 26-Jährige beeindrucke „durch die „Güte der Produkte und deren aufwendige Zubereitung“, so der Gault&Millau.

Auch Boris Kasprik empfindet die Auszeichnung als Ansporn für seine Arbeit. „Es macht mir ja Spaß, so zu kochen, wie ich es tue“, sagte der 31-Jährige dem Abendblatt. Seit gut einem Jahr führt er sein eigenes Restaurant am Spritzenplatz. Laut Gault&Millau überrascht er „mit angenehmer Produktvielfalt abseits der gängigen, vom Großhandel diktierten Moden“. Geahnt hatten beide Köche schon etwas von einer möglichen Auszeichnung, denn der Verlag hatte sie vor einiger Zeit gebeten, Fotos zu schicken.

Es gibt aber auch Opfer in der neuen Gourmet-Bibel: Die Restaurants der TV-Köche Steffen Henssler sowie Tim Mälzer, die in den vergangenen Jahren vom Gault&Millau immer mal wieder zurückhaltende Kritiken erhielten, wurden für 2017 abgewertet. Hensslers Sushi-Konzept fiel vom jahrelangen „14-Punkte-Abo“ auf 12 Punkte zurück. In Worten bedeutet das nun „ambitionierte Küche“ statt „sehr gute Küche“. Tim Mälzers Bullerei – bis 2016 regelmäßig 12 Punkte – ist im aktuellen Gault&Millau gar nicht mehr aufgeführt, wie der Verlag am Montagabend bestätigte.

Bester Koch in Hamburg bleibt Christoph Rüffer (Haerlin). Er „imponiert auch durch das riesige Repertoire sicher eingesetzter Aromen“, hieß es. Rüffer, in den vergangenen Jahren immer wieder an der Spitze und im Guide 2015 „Koch des Jahres“, erhalte abermals 19 von 20 möglichen Punkten und komme damit in den Rang der „weltbesten Restaurants“. Höher seien nur fünf Köche in Deutschland bewertet. Rüffer liegt damit vor Kevin Fehling (The Ta­ble), der am Montagabend einjähriges Bestehen feierte (siehe rechts), Karlheinz Hauser (Seven Seas), Thomas Martin (Jacobs Restaurant) und Wahabi Nouri (Piment) mit je 17 Punkten. Vier Lokale erreichen 16, acht bekommen 15 Punkte (siehe Kasten).

Insgesamt werden 29 Restaurants in der Hansestadt bewertet. 26 Küchenchefs zeichnet der Führer, der 1969 von den beiden Journalisten Henri Gault und Christian Millau gegründet wurde, mit einer oder mehreren Kochmützen aus. Eine Kochmütze erhält auf Anhieb auch Markus Hampp vom neu eröffneten Heldenplatz in der HafenCity für „eine Küche, die bis morgens um 2 Uhr keinen Aufwand scheut“ (14 Punkte). Im Vergleich zum Vorjahr serviert der Gault&Millau in der Hansestadt sechs langweilig gewordene Restaurants ab und nimmt vier neu auf.

Bundesweit herausragend ist laut Gault&Millau ein Restaurant in Frankfurt. „Für seine vielschichtigen Geschmacksharmonien, mit denen er seine Gäste in neue kulinarische Welten führt“, wird Andreas Krolik vom Lafleur zum „Koch des Jahres“ gekürt.