Umweltschutz

Kaffee zum Mitnehmen: Senator geht gegen Wegwerfbecher vor

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne)

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne)

Foto: dpa

Jens Kerstan hält Pfandsystem für denkbar. Neue Reinigungsgebühr soll zum Jahresbeginn 2018 kommen.

Hamburgs Umwelt­senator Jens Kerstan (Grüne) hat den Wegwerfbechern für Kaffee den Kampf angesagt. „Denkbar wäre eine Art Pfandsystem, durch das die Kunden animiert werden, Kaffeebecher zurückzubringen“, sagte der Politiker im Abendblatt-Interview. „Eine andere Variante wäre, dass Unternehmen den Kaffee etwas günstiger anbieten, wenn der Kunde seinen eigenen Becher mitbringt.“ Eine Gebühr für Wegwerf­becher lehnte Kerstan allerdings ab.

„Unser Ziel sind praktische Lösungen, die am Ende zu weniger Einwegverpackungen führen und breit akzeptiert werden“, sagte der Politiker, der vor wenigen Wochen mit seiner Forderung nach einem Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Hamburgs Innenstadt für Aufregung gesorgt hatte. „Wir wollen auf Coffeeshops und Bäckereien zugehen und planen dazu gemeinsam mit dem Parlament eine Initiative.“

Es gebe, auch in Hamburg, bereits Unternehmen, bei denen man seinen Becher füllen könne. Aber das seien noch eher Einzelfälle, sagte Kerstan. Trotzdem zeigte sich der Politiker optimistisch. Er habe den Eindruck, dass bei einigen Firmen die Bereitschaft vorhanden sei. „Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil sie wissen, dass ihre Produkte nicht nachhaltig sind.“

Höhe der Gebühr noch unklar

Wie viele Kaffeewegwerfbecher im Jahr in Hamburg ausgegeben werden, darüber gibt es keine genauen Zahlen. Kerstan verwies darauf, dass es allein in der gemeinsamen Kantine von Umwelt- und Stadtentwicklungsbehörde mehr als 15.000 im Jahr seien. „Wir werden Einwegbecher in unserer Kantine durch Mehrwegbecher ersetzen.“

Zugleich kündigte der Umweltsenator die Einführung einer „Sauberkeitsgebühr“ zum 1. Januar 2018 an. Damit sollen zusätzliche Kosten für die Pflege und Reinigung von Hamburgs Grünanlagen ausgeglichen werden.

Die Höhe der Gebühr sei noch unklar. In einigen Städten liege diese bei ein bis zwei Euro pro Monat, in anderen deutlich höher. Hamburg werde sich „im unteren Bereich der vergleichbaren Preisbeispiele orientieren“, sagte Kerstan und fügte hinzu: Menschen in Mehrfamilienhäusern müssten lediglich mit sehr geringen zusätzlichen Gebühren rechnen.