Hafencity

Im zweiten Stock kann man schon was hören

Bis zum 4. Dezember ist im Kaistudio 1 der Elbphilharmonie täglich „The Ship“ von Brian Eno zu erleben

Hafencity. Es ist dunkel im Kai­studio 1. Licht spenden hier, im zweiten Stock der Elbphilharmonie, lediglich ein paar schwache Scheinwerfer und Teelichter, die auf dem Boden verteilt sind. Doch um das Sehen geht es in Brian Enos Installation „The Ship“ auch nur am Rande. Vor allem soll mit den Ohren erfahren werden, was der britische Musiker und Produzent hier präsentiert: einen 50-minütigen Klangteppich, in dem es mal seltsam fiept und blubbert, dann wieder weltengroß rauscht. Bei dem bisweilen eine Bariton-Singstimme, es ist die von Eno (68) selbst, die Führung übernimmt und die Soundeffekte mal von rechts oben, mal von links unten kommen. Fast 30 Lautsprecherboxen unterschiedlicher Form, Größe und Qualität hat Eno, ein Pionier der sogenannten Ambient Music, aufgebaut, doch nur ein Teil davon ist verkabelt. Der Rest sei schöne Kulisse, erklärt er mit einem verschmitzten Lächeln im Pressegespräch. Vom Wogen des Meeres habe er sich zu seiner Komposition in­spirieren lassen, aber auch von dramatischen Ereignissen der Geschichte, etwa dem Untergang der „Titanic“ oder dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Für die Besucher der Installation stehen viele Filzhocker bereit, es ist aber auch möglich, im Raum umherzugehen und die Klangströme aus ganz unterschiedlichen Positionen wirken zu lassen. In jedem Fall stellt sich bei „The Ship“ schnell eine kontemplative Stimmung ein. Man beginnt unwillkürlich zu lauschen, statt nur zu hören, lässt sich einfach treiben in einer Musik, die, wie Brian Eno sehr treffend sagt, „sich in Raum und Zeit wie eine Landschaft ausbreitet“.

Angemessen beschreiben lässt sich das mit Worten natürlich nicht, sondern muss live erlebt werden. Bis zum 4. Dezember ist das täglich von 14 bis 20 Uhr möglich. Karten zum Preis von drei Euro sind unter www.elbphilharmonie.de erhältlich.