Hamburg

Kinderschutzhäuser belegt: Dieses Jahr schon 54 Absagen

Hamburg. Ganze 54-mal haben Hamburger Kinderschutzhäuser von Januar bis Oktober wegen Platzmangels einen Aufnahmestopp ausgerufen. Wie viele Kinder wegen der Auslastung dieser Einrichtungen für Kinder im Alter bis zu sechs Jahren dort nicht aufgenommen werden konnten, werde laut Sozialbehörde allerdings nicht erfasst. Seit Jahresbeginn seien 210 Kinder, die Jugendämter etwa wegen möglicher Gefährdungen im Elternhaus in Obhut genommen haben, in einem der fünf Kinderschutzhäuser untergebracht worden.

Wie berichtet hatten Jugendamtsmitarbeiterinnen beklagt, dass sie in einem Fall zwei Geschwister wegen Überfüllung in einer weniger geeigneten Einrichtung für ältere Kinder und Jugendliche unterbringen mussten. Der CDU-Familienpolitiker Philipp Heißner will nun erreichen, dass sich der Familienausschuss in einer Selbstbefassung mit diesem Vorfall auseinandersetzt und fordert, eine ausreichende Zahl von Plätzen bereitzustellen. „Angesichts der katastrophalen Bilanz der Behörden beim Kinderschutz ist dieses neue Versagen der Sozialbehörde vollkommen unverständlich“, sagt Heißner. „Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn Kleinkinder wegen der Fehlplanung der Sozialbehörde in gefährlichen Situationen verblieben wären.“