Anlegerskandal

Anwälte im Wölbern-Skandal verhaftet

Eine Figur der Justitia, Göttin der Gerechtigkeit (Symbolbild)

Eine Figur der Justitia, Göttin der Gerechtigkeit (Symbolbild)

Foto: Imago

Gut ein Jahr nach Ende des Prozesses um den Fondsanbieter Wölbern Invest wurden gegen weitere Personen Haftbefehle erwirkt.

Hamburg.  Einer der größten Anlegerskandale in Deutschland ist offenbar noch nicht abgeschlossen. Gut ein Jahr nach Ende des Prozesses um den Hamburger Fondsanbieter Wölbern Invest, in dem der Chef Heinrich Maria Schulte zu achteinhalb Jahren Haft wegen Untreue verurteilt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen drei weitere Personen Haftbefehle erwirkt. Seit wenigen Tagen sitzen der frühere Generalbevollmächtigte von Wölbern Invest, Thomas K., sowie die beiden Anwälte Ole B. und Frank M. in Untersuchungshaft. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hamburg dem Abendblatt auf Nachfrage. Zuerst hatte das Fachblatt Juve darüber berichtet.

B. ist noch Angestellter der renommierten Kanzlei Bird & Bird, wie diese bestätigte. Sein Anwalt Nikolai Venn war nicht erreichbar. M. stand früher in ihren Diensten. Die beiden Anwälte hatten Schulte beraten. Im Prozess hatte er sich immer darauf berufen, ohne den rechtlichen Rat hätte er nie die umstrittenen Transaktionen wie den Liquiditätsentzug der Fonds veranlasst. Schulte hat in seiner Zeit als Inhaber und Chef des Fondsemissionshauses Wölbern Invest gut 147 Millionen Euro aus Fonds veruntreut, befanden die Richter.

Gegen die Beschuldigten besteht dringender Tatverdacht wegen Untreue oder Beihilfe zur Untreue, so die Staatsanwaltschaft. Die neue Erkenntnisse seien erst durch Auswertung von Unterlagen im Nachgang zum Prozess gewonnen worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hamburg. „Die Entwicklung ist überraschend, und sie bringt eine neue Dynamik in den Fall“, sagt Christoph Schmidt, Geschäftsführer eines Wölbern-Fonds. Die Fonds hatten bereits zusammen mit dem Insolvenzverwalter eine Schadenersatzklage gegen Bird & Bird eingereicht.