Hamburger Hafen

Warum die "Indian Ocean" auf der Elbe havarierte

Der offizielle Bericht zur Havarie eines der größten Containerschiffe der Welt auf der Elbe klärt einige Fragen – andere bleiben offen.

Hamburg. Es war ein Schiffsunfall, der spektakuläre Bilder produzierte: Im Februar dieses Jahres hatte sich die 400 Meter lange "CSCL Indian Ocean", eines der größten Containerschiffe der Welt, kurz hinter Stade auf der Elbe festgefahren. Die Ruderanlage war ausgefallen, das Schiff bewegungsunfähig.

Es sollte fünf Tage und zwei vergebliche Schleppversuche dauern, bis die "Indian Ocean" wieder Wasser unter dem riesigen Rumpf hatte. Erst die größte jemals auf der Elbe eingesetzte Schlepperflotte schaffte es, das Schiff wieder in die Fahrrinne zu bewegen.

Am Freitag hat nun die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) ihren Bericht zur Havarie veröffentlicht. Das 33 Seiten lange Dokument schildert den Unfallhergang und kommt zu dem Schluss, dass ein fehlerhaft eingebautes Teilsystem die Havarie auslöste. Warum dieses Safematic genannte Sicherheitssystem aber auslöste und so zur Blockade des Rudersystems führte, konnten auch die Experten letztendlich nicht klären.

Schiffsgröße war nicht der Unfallgrund

Die Größe der "Indian Ocean" habe aber nichts mit dem Unfall zu tun, so die BSU weiter. Auch der fehlende Anker, den die Besatzung ordnungsgemäß gemeldet hatte, habe sich nicht nachteilig ausgewirkt. Theorien, dass die Passage einer Hochspannungsleitung kurz vor dem Unfall einen Einfluss auf die Schiffselektronik hatte, hält die BSU für unwahrscheinlich, da keine Kurzschluss- oder Brandspuren gefunden worden seien.

Kritisch merken die Fachleute an, dass es zwar in diesem Fall nicht notwendig gewesen sei, Container von der "Indian Ocean" zu löschen. Es gebe bislang in Europa allerdings nur einen einzigen Schwimmkran, der die erforderliche Höhe zur Löschung von Bord derart großer Containerschiffe erreicht.