Pizza-Kette

Joey’s Pizza Service heißt jetzt Domino’s

Karsten Freigang, Geschäftsführer von Joey´s Pizza Service, am Mittwoch in einer Hamburger Filiale

Karsten Freigang, Geschäftsführer von Joey´s Pizza Service, am Mittwoch in einer Hamburger Filiale

Foto: Marcelo Hernandez

Alle 25 Filialen in Hamburg wurden inzwischen umgestellt. Die Kunden können ihre Bestellung nun live im Internet verfolgen.

Hamburg. Man kann Flugzeuge und Schiffe live im Internet verfolgen, bei Päckchen ist das ebenfalls längst möglich – und jetzt auch bei Pizzen: Im Zuge der Markenumstellung von Joey’s Pizza auf Domino’s hat der Lieferdienst einen „Live Pizza Tracker“ eingeführt, der dem Kunden angibt, ob das von ihm bestellte Teiggericht gerade erst zubereitet wird, schon in den Ofen geschoben wurde oder bereits die Filiale verlassen hat.

Durch den Verkauf an Domino’s, den Weltmarktführer dieser Branche, könnten die Kunden auch von einer verbesserten IT-Infrastruktur profitieren, sagt Karsten Freigang, Geschäftsführer von Joey’s Pizza Service: „Damit eröffnen sich für sie ganz neue Möglichkeiten im Webshop.“ So sei es jetzt möglich, die Pizza ganz nach persönlichem Geschmack am PC oder über das Smartphone zusammenzustellen.

Zum Jahresende soll die Umstellung abgeschlossen sein

Am Valentinskamp in Hamburg hat am Mittwoch die 2000. Filiale von Domino’s in Europa eröffnet – durch „Umflaggung“ eines bisherigen Standorts von Joey’s. Die im Jahr 1988 in Hamburg gegründete Kette hat deutschlandweit mehr als 210 Filialen. „Jede Woche stellen wir sechs bis zehn Betriebe auf die Marke Domino‘s um“, sagt Freigang. „Im Juni haben wir begonnen, aktuell sind es bereits über 160, und zum Jahresende wird der Prozess abgeschlossen sein.“

An der Rezeptur der Joey’s-Produkte ändere sich nichts, das Sor­timent werde aber ergänzt um Do­mino’s-Spezialitäten wie die „Pizza Extravaganzz­a“ mit Rinderhack, Kochschinken, Salami, Champignons, roten Zwiebeln, Paprika und grünen Oliven. Neu hinzu kämen außerdem international erfolgreiche Angebote wie panierte Hähnchenbrustfiletstreifen oder mit Zimt und Zucker gebackene Pizzabrötchen.

Eigentümer hatten Unternehmen 2015 verkauft

Im Dezember 2015 hatten der Joey’s-Pizza-Gründer Carsten Gerlach und der zweite Eigen­tümer Christian Niemax das Unternehmen für 45 Millionen Euro verkauft; abhängig von bestimmten Erfolgskriterien kann sich dieser Preis noch um weitere 34 Millionen Euro erhöhen.

Anfangs sei der Gedanke, von Joey‘s auf Domino‘s zu wechseln, für viele der etwa 130 Franchisenehmer „sehr emotional“ gewesen, sagt Freigang, der seit 2007 für die Firma arbeitet. Schon bald aber hätten diese Partner „die großen Chancen gesehen, die mit diesem Wandel möglich sind“.

Wie sich die Umbenennung auf das laufende Geschäft auswirke, lasse sich noch nicht konkret bewerten, so Freigang, weil der Wechsel noch nicht abgeschlossen sei. „Grundsätzlich sind wir mit den ersten Entwicklungen aber zufrieden“, hieß es.

Der Vorjahresumsatz von 143 Millionen Euro werde 2016 jedenfalls voraussichtlich „deutlich übertroffen“, was Freigang vor allem auf positive Effekte aus der Fußball-Europameisterschaft und eine Fernsehwerbekampagne im Frühjahr zurückführt.

25 Standorte in Hamburg

In der neuen Konstellation strebe man nun „gesundes Wachstum“ an: „Grundsätzlich sehen wir in Deutschland noch viel Potenzial für weitere Stores, ebenso in Europa allgemein“, erklärt Freigang. Zum Zeitpunkt der Übernahme im Dezember vergangenen Jahres hatte Domino’s das Ziel ausgegeben, die Zahl der Filialen auf 400 bis 500 zu steigern.

In Hamburg sei der Markt mit derzeit 25 Standorten, die jetzt komplett auf die neue Marke umgestellt seien, jedoch „gut abgedeckt“, so Freigang, kurzfristig seien hier keine weiteren Filialen geplant. Auch die Zentrale in St. Georg sei mit derzeit 70 Mitarbeitern „gut aufgestellt“, diese Größenordnung wolle man beibehalten.

Deutschland ist nach Angaben von Domino’s der viertgrößte Pizzamarkt der Welt. Von den rund 4800 Lieferdienst-Shops gehören demnach aber erst 800 zu Ketten wie dem nationalen Marktführer Joey’s oder Konkurrenten wie Hallo Pizza, Call a Pizza oder Smiley’s. Dies verschafft Domino’s nach eigener Einschätzung noch reichlich Wachstumspotenzial. Vor dem Kauf von Joey’s gab es unter der Marke des Unternehmens, das im Jahr 1960 von Tom und James Monaghan im US-Staat Michigan gegründet wurde, in Deutschland allerdings nur rund 20 Filialen; weltweit sind es 13.000.

Zwar sind durch Lieferportale wie Deliveroo oder Foodora, die Restaurantessen zu den Kunden bringen, ganz neue Wettbewerber hinzugekommen. Mit der nach eigenen Angaben größten deutschen Fast-Food-Bestellplattform pizza.de arbeite man aber zusammen, sagt Freigang. Deliveroo und Foodora hingegen seien nicht flächendeckend tätig und zudem häufig in einem höheren Preissegment aktiv: „Bislang konnten wir keine Auswirkungen auf unser Geschäft feststellen.“