Brett vorm Kopf

Pseudowissenschaftler erhalten satirischen Preis

Das "Goldene Brett" wird erstmals in Hamburg verliehen

Das "Goldene Brett" wird erstmals in Hamburg verliehen

Foto: CC BY-ND 3.0 http://www.goldenesbrett.net/2016/presse/

Gesellschaft verleiht am Dienstag im Uebel & Gefährlich Negativ-Preis namens „Das Goldene Brett“ für „antiwissenschaftlichen Unfug“.

Hamburg.  Am Dienstagabend stehen im Hamburger Club Uebel & Gefährlich diejenigen im Mittelpunkt, die sonst — zumindest in ihren eigenen Augen — eher zu wenig öffentliche Anerkennung bekommen: Scharlatane und Verschwörungstheoretiker. Pseudowissenschaftler, die zur Heilung von Krebs und anderen Krankheiten auf Salben und übersinnliche Nachrichten vertrauen, haben die Chance, mit dem „Goldenen Brett“ ausgezeichnet zu werden.

Den Satire-Preis vergibt die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften seit 2011. Unter den Ausgezeichneten war bisher unter anderem der Sänger Xavier Naidoo.

Drei Nominierungen für "Goldenes Brett"

Die folgenden Kandidaten haben 2016 die Möglichkeit, die Auszeichnung für den „größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres“ zu erhalten: Nominiert sind der „Wunderheiler“ Ryke Geerd Hamer, der unrühmliche Bekanntheit erlangte, als die von ihm in den 1990er-Jahren behandelte Krebspatientin Olivia, 6, nur noch durch eine Not-OP gerettet werden konnte, sowie der österreichische Kabarettist Roland Düringer und das Krebszentrum Brüggen, in dem 2016 drei Patienten gestorben sind.

Für einen, der sich in besonderer Weise durch Brett-vorm-Kopf-Haben hervortut, gibt es zudem das „Goldene Brett fürs Lebenswerk“. Dieses geht 2016 an die Website „Zentrum der Gesundheit“. Auf dieser würden, so die Gesellschaft, „pseudomedizinische Thesen vertreten, Angst geschürt und Verschwörungstheorien eine Plattform geboten“. Zu den Laudatoren gehört Stefan Niggemeier, Medienjournalist und Gründer des kritischen BILdblogs.

Die öffentliche Preisverleihung beginnt am Dienstagabend um 20 Uhr im Uebel & Gefährlich (Feldstraße 66). Tickets kosten zehn, ermäßigt sieben Euro.