Waschmittel

Hamburgs Verbraucherschützer kritisieren neue Mogelpackung

Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

Mit der Neuauflage des Waschmittels „Lenor“ komme es zu einer doppelten Preiserhöhung. Hersteller verweist auf verbesserte Rezeptur.

Hamburg. Die neuen Waschmittelsorten der Marke „Lenor“ von Procter & Gamble sollen nach Angaben des Herstellers mit „Premiumdüften“ betören. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Hamburg ist das allerdings kein Grund zur Freude: Denn mit der Neuauflage des Waschmittels komme es zu einer doppelten Preiserhöhung, sagen die Verbraucherschützer - und küren die Produkte deshalb zur Mogelpackung des Monats Oktober.

Die Preiserhöhung komme zum einen indirekt durch Füll­mengen­redu­zierungen zustande: Die Anzahl der Waschladungen des Flüssigwaschmittels sinke von 18 auf 16, beim Pulver von 16 auf 15 Waschladungen, erläutert Armin Valet von der Abteilung Lebensmittel und Ernährung.

Hinzu komme, dass der Handel die Preise erhöht habe: von 3,45 Euro auf 3,79 Euro beispielsweise bei der Hamburger Drogeriekette Budnikowsky für das Flüssigwaschmittel oder beim Pulver von 2,95 Euro auf 3,75 Euro bei dm. „Unterm Strich wurde die 'Weltneuheit' bis zu 36 Prozent teurer“, sagt Valet. „Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass sowohl Hersteller wie auch Händler an der Preisschraube drehen.“ dm habe inzwischen die Preise für das Pulver auf 3,25 Euro gesenkt. Es bleibe dann noch eine Preiserhöhung von knapp 18 Prozent bestehen.

Laut Hersteller verursacht eine verbesserte Rezeptur die Preiserhöhung

Auf Anfrage der Verbraucherzentrale Hamburg habe Procter & Gamble auf die neuen, verbesserten Rezepturen bei Lenor verwiesen: „Neue Premiumdüfte sorgen dafür, dass das Dufterlebnis beim Tragen der Wäsche noch intensiver wird. Zusätzlich haben wir das Verpackungsdesign der Produkte überarbeitet und hochwertiger gestaltet.“ Die Frage, warum eine bessere Rezeptur mit einer Füllmengen­reduzierung einhergehen muss, sei allerdings unbeantwortet geblieben, sagt Valet.

Das alte Colorwaschmittelpulver Lenor sei übrigens bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest durchgefallen, sagt Valet. „Es wurde mit „Mangelhaft“ bewertet.“ Lenor säubere sehr schlecht, lasse Farben schnell verblassen und verhindere Farbübertragungen schlecht. „Da war wohl ein Produkt Relaunch bitter notwendig. Ob das neue Lenor – unsere Mogelpackung des Monats - tatsächlich besser ist, wird sich erst in den nächsten Tests zeigen.“

Weniger drin, aber gleicher Preis beim Weichspüler

Geschrumpft ist laut Verbraucherzentrale auch der Lenor Weichspüler. Statt 38 Waschladungen (950 ml) seien jetzt nur noch 32 Waschladungen (800 ml) in der Flasche - bei gleichem Preis von 1,99 Euro etwa bei Real in Hamburg. Das entspreche einer Preiserhöhung von knapp 20 Prozent. „Diese Preiserhöhung stellen wir aber nicht in den Fokus, weil bei real der 'alte' Weichspüler noch bis mindestens Ende 2014 2,49 Euro und nicht wie aktuell 1,99 Euro gekostet hat“, sagt Valet. „Legt man diesen Preis zugrunde, liegt keine Preiserhöhung, sondern ein leichter Preisrückgang von fünf Prozent vor.“

Procter & Gamble begründe die Füllmengenreduzierung wie schon beim Waschmittel mit Verbesserungen in der Rezeptur. „Die neue Anti-Age3 Technologie schützt und pflegt die mit Lenor Weichspüler gewaschene Wäsche und Kleidung vor Fusselbildung, Farb- und Formverlust und beugt damit der Faseralterung und damit dem Verschleiß vor“, erklärt uns die Unternehmenskommunikation von Procter & Gamble“, sagt Valet. „Nachprüfen können wir diese Aussagen nicht.“