Hamburg

Erste Arbeiten für U 5

Probebohrungen zwischen Bramfelder Dorfplatz und der City Nord haben begonnen

Hamburg.  Die neue Linie U 5 ist das wichtigste Bauvorhaben innerhalb des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) der Hansestadt in den kommenden Jahrzehnten. Die Planungen für das Milliardenprojekt, die Linie soll von Bramfeld bis zum Osdorfer Born fahren, laufen bereits auf Hochtouren. Jetzt haben die ersten vorbereitenden Maßnahmen auf dem Streckenabschnitt Ost zwischen der Endhaltestelle Barmbek-Nord und dem New-York-Ring in der City Nord begonnen.

Das ist die Vorzugsvariante für die Streckenführung, die Machbarkeitsstudie ist bereits abgeschlossen: Im Auftrag der Hamburger Hochbahn wurde auf der rund sieben Kilometer langen Strecke und im Umfeld jetzt mit den Probebohrungen begonnen.

Das bestätigte Sprecher Christoph Kreienbaum auf Abendblatt-Anfrage: „Insbesondere für den Bau der Haltestellen, der in offener Bauweise erfolgen soll, muss die Baugrundzusammensetzung im Vorfeld analysiert werden, um Überraschungen zu vermeiden.“

Bis zu 40 Meter tief wird an etwa 40 Punkten gebohrt, um die Bodenverhältnisse zu untersuchen. Pro Standort sind drei bis vier Tage vorgesehen. Die Ergebnisse sollen in die Vorentwurfsplanung einfließen. Danach folgen noch die Entwurfs- und Genehmigungsplanung, bevor das Planfeststellungsverfahren eingeleitet wird. Erst wenn dieses erfolgreich abgeschlossen wurde, kann dann mit dem Bau begonnen werden. Bislang plant die Hochbahn: „Der erste Spatenstich auf dem Streckenabschnitt ist für Ende 2021 geplant, die Inbetriebnahme für Ende 2027“, sagte Sprecher Kreienbaum.

Folgender Streckenverlauf ist geplant: Die U 5 soll vom Bramfelder Dorfplatz über die neuen Haltestellen Steilshoop, am Hartzloh und am Rübenkamp in Barmbek-Nord bis zur schon bestehenden U-1-Haltestelle Sengelmannstraße fahren.

Von dort fährt die Linie weiter bis zur neuen Haltestelle am New-York-Ring in der City Nord. Dort arbeiten Zehntausende Menschen, die ihren Arbeitsplatz dann schneller als bisher erreichen sollen. Derzeit werden in der City Nord mehrere Neubauten errichtet.

Im weiteren Verlauf soll die U 5 von der City Nord über Winterhude und die Innenstadt bis zum Siemersplatz verlaufen. Für diesen Abschnitt wird zur Zeit eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, die Mitte 2017 vorliegen soll. Von dort würde die Bahn weiter Richtung Westen fahren. Eine zweite Variante der Hochbahn: Die U 5 könnte bereits ab Hoheluft in den Westen abbiegen.

Allerdings hat auch die S-Bahn für den weiteren Streckenverlauf Richtung Osdorf und Lurup zwei Vorschläge eingereicht. Dabei geht es um Varianten mit unterschiedlichen Ausfädlungspunkten aus den Trassen der S 1 und S 3.

Noch steht nicht fest, für welche der zahlreichen Varianten sich die Stadt für den letzten Streckenabschnitt entscheidet. Die gesamte neue Linie soll voraussichtlich Mitte der 2030er-Jahre eröffnet werden.

Der Bau der U 5 ist für Hamburg von großer Bedeutung und dürfte eines der größten Verkehrsprojekte in Deutschland sein. Auch für Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat das Vorhaben oberste Priorität: Insbesondere in den Stadtteilen Steilshoop und Osdorfer Born biete ein Anschluss die Chance, die sozialen Strukturen zu stärken und die Quartiere dank einer direkten Anbindung an die Hamburger Innenstadt aufzuwerten, hatte Scholz in einer Rede beim HVV (Hamburger Verkehrsverbund) gesagt.

Die Hochbahn setzt bei diesem Bauvorhaben auf Bürgerbeteiligung. Bislang gab es drei Veranstaltungen, bei denen die Anwohner im Bereich des Streckenabschnittes Ost der U 5 über den Stand der Planungen informiert wurden: „Die Hochbahn hat früh erkannt, dass ein technisch kompliziertes und die ganze Stadt betreffendes Projekt nicht ohne gegenseitiges Verständnis von Bürgern und Planern funktioniert. Mit mir haben die Bürger schon zu Beginn der Planungen in allen Fragestellungen zur U 5-Ost einen kurzen Draht zu uns als Verkehrsunternehmen“, sagte Martin Boneß, der bei der Hochbahn für die Öffentlichkeitsarbeit für die U 5 verantwortlich ist.