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Wie ein Hamburger Ehepaar hilft

Frühe Heirat, viele Kinder, ein karges Leben auf dem Land: Das wollten André und Anke Sump aus Hamburg ihrem Patenkind Xim aus Vietnam ersparen. Xim gehört zur ethnischen Minderheit der Tay, die ähnlich wie die Hmong in kleinen Dörfern an der chinesischen Grenze leben. Xims Eltern sind Reisbauern, die Felder in den Bergen bewirtschaften. Sie wohnt mit ihren Eltern, ihrem Bruder und ihrer Schwägerin in einer kleinen Bambushütte.

Das Hamburger Ehepaar fördert Xim seit 2009. Damals war sie elf Jahre alt, heute ist sie 17. Im Jahr 2015 reisten André und Anke Sump nach Vietnam, buchten einen Fahrer und einen Dolmetscher und besuchten ihr Patenkind. „Wir sind sehr gastfreundlich empfangen worden“, erzählt André Sump. Xim sei zwar sehr schüchtern gewesen, dann aber nach und nach aufgetaut. Sehr glücklich waren Anke und André Sump, als Xims Vater versicherte, seine Tochter nach der neunten Klasse auf eine Oberschule zu schicken. André Sump: „Sie will Lehrerin werden. Die Frage ist, ob sie sich das auch zutraut – sie ist sehr schüchtern, sehr zurückhaltend.“

Immerhin: Die neunte Klasse hat Xim abgeschlossen. Doch die Euphorie ist verflogen, denn Xim arbeitet nun mit ihren Eltern auf dem Feld. Und 2017, wenn Xim 18 wird, endet das Plan-Förderprogramm. André Sump: „Die Frage wird sein, ob es Xims Eltern möglich ist, auf ihre Arbeitskraft zu verzichten.“