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Otto verleiht bald Fernseher, Waschmaschinen und Sportgeräte

Die Otto-Vorstände Alexander Birken (links) und Marc Opelt

Die Otto-Vorstände Alexander Birken (links) und Marc Opelt

Foto: Michael Rauhe

Hamburger Versandhändler steigt ins Vermietungsgeschäft ein. Der Besitz von Dingen sei für viele Menschen nicht mehr vorrangig.

Hamburg. Der Hamburger Versandhändler Otto geht neue Wege. Das Unternehmen will künftig technische Großgeräte und Hightechprodukte vermieten. Zunächst sollen die Kunden im Internet zwischen Waschmaschinen, Fernsehern, Tablets und Kaffeevollautomaten wählen können. Auch der Verleih von Sportgeräten wie Laufbändern und Cross-Trainern ist geplant. Die Mindestmietdauer wird bei drei Monaten liegen. Die Höhe der Gebühren steht noch nicht fest. Daran feilt derzeit noch ein Projektteam in der Otto-Zentrale. Der Start des Geschäftsfeldes ist in wenigen Wochen geplant und läuft unter dem Namen Otto Now.

„Wir müssen immer wieder mit innovativen Ideen auf die Veränderungen in der Gesellschaft reagieren“, begründete Otto-Vorstand Alexander Birken, der zum 1. Januar 2017 den Chefposten im Konzern übernehmen wird, den überraschenden Einstieg ins Verleihgeschäft. Für viele – vor allem junge – Menschen sei heutzutage nicht mehr der Besitz von Dingen vorrangig. Dies könne man zum Beispiel am Erfolg von Verleihplattformen für Autos wie Car2go sehen.

Auch der Verkauf von Drogerieartikeln ist angedacht

„Wir glauben, dass Konsumenten zukünftig verstärkt auch physische Produkte auf Zeit mieten möchten und dies genauso einfach und sorgenfrei sein sollte, wie Musik zu streamen oder Car Sharing zu nutzen“, ergänzte Otto-Manager Marc Opelt, der das Projekt verantwortet. Deshalb beschränkt sich das Konzept auch nicht auf den einfachen Verleih von technischen Geräten. Der Konzern wird laut Opelt zu jedem Produkt „einen Rundum-Service inklusive Aufbau, Wartung und kostenloser Reparatur“ anbieten.

Nach Ablauf des Mietvertrages gibt es mehrere Möglichkeiten, was mit dem Gerät geschieht. Zunächst bietet Otto dem Kunden die Waschmaschine oder den Fernseher für einen niedrigeren Zeitwert an – hierbei wird die Abnutzung berücksichtigt. Lehnt der Kunde ab, versucht Otto das gebrauchte Gerät über das Internet weiter zu verkaufen. Gelingt dies nicht, wird es verschrottet. Im Zuge des Verleihprojekts denkt Otto über noch ein neues Geschäftsfeld nach: den Einstieg in den Verkauf von Drogerieartikeln. Die erste Idee: Waschmittel für die verliehenen Waschmaschinen.