Hamburg

Nordkirche segnet jetzt auch schwule Paare

Im August küsste sich bei einer Trauung in der Marienkirche in Berlin schon das erste gesegnete gleichgeschlechtliche Paar der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Dieses Bild gibt es nun bald auch im Norden Foto: Wolfram Kastl/dpa

Im August küsste sich bei einer Trauung in der Marienkirche in Berlin schon das erste gesegnete gleichgeschlechtliche Paar der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Dieses Bild gibt es nun bald auch im Norden Foto: Wolfram Kastl/dpa

Foto: Wolfram Kastl / dpa

Gleichgeschlechtliche Partner können sich nun auch in norddeutscher Landeskirche vermählen lassen. Eine Trauung ist es dennoch nicht.

Kiel. Gleichgeschlechtliche Paare sollen in Zukunft in der evangelisch-lutherischen Nordkirche mit einer neuen Trau-Zeremonie den Bund fürs Leben schließen können. Die „Segnung von Menschen in eingetragenen (gleichgeschlechtlichen) Partnerschaften“ sei auf Augenhöhe mit der Trauung von Mann und Frau, sagte der Präses der Nordkirche, Andreas Tietze, am Mittwoch in Kiel. In der Zeremonie in Form eines Gottesdienstes gebe es keinen Unterschied bis auf den Begriff Segnung statt Trauung, ergänzte Landesbischof Gerhard Ulrich.

Diese Segnungen würden auch wie Trauungen in den Kirchenbüchern eingetragen. Die Nordkirche sei die fünfte Landeskirche, die eine solche der Trauung angeglichene Segnung einführe. Die Neuregelung soll auf der nächsten Synodentagung am 29. September beschlossen werden. Das Kirchenparlament kommt vom 29. September bis zum 1. Oktober in Lübeck-Travemünde zusammen.

„Was Gott zusammen gefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden"

Die Nordkirche entstand 2012 aus dem Zusammenschluss der drei Landeskirchen Nordelbien, Pommern und Mecklenburg. Anders als in Nordelbien gab es in der pommerschen Kirche keine Segnungen und in der mecklenburgischen nur nichtöffentliche Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare.

Jetzt hat die Nordkirche nach mehrjährigen Diskussionen den neuen Entwurf vorgelegt. Er sieht die Segnung im Rahmen eines Gottesdienstes vor. Dazu gehören Gebete, Lesungen aus der Bibel, eine Predigt sowie das gegenseitige Bekenntnis der Partner einschließlich der Formel „solange wir leben“ oder alternativ „bis der Tod uns scheidet“. Auch ein Ringwechsel ist möglich. Der Pastor sagt: „Was Gott zusammen gefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“

Ulrich betonte, die Nordkirche vermeide aus Rücksicht auf Menschen, denen es schwer falle, diese Zeremonie zu akzeptieren, auf den Begriff „Trauung“. Die innerkirchliche Debatte sei mit großem Respekt und theologischer Tiefe geführt worden.