Fahrradtour

Flüchtlinge und Hamburger radeln für die Integration

Mit dem Fahrrad zur Integration
Video: Yan Jiang & Axel Leonhard
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Die Tour führte ab Rindermarkthalle 20 Kilometer durch die Stadt. Am Ende tanzten die hundert Teilnehmer zu orientalischer Musik.

Hamburg. Etwa 50 Flüchtlinge und mehr als 50 Hamburger haben gemeinsam eine Fahrradtour durch Hamburg unternommen. Begleitet von orientalischer Musik fuhren die Teilnehmer am Sonnabend ab Rindermarkthalle St. Pauli etwa 20 Kilometer durch die Hansestadt. Viele Hamburger winkten den Radlern während der Tour zu. Das Name der Tour lautete "Refugee Friendship Tour". Dabei handelt es sich um eine Initiative von "WestWind — Fahrräder für Flüchtlinge", die einmal im Monat ein solche Fahrradtour durch Hamburg organisiert.

Die Flüchtlinge kamen aus fünf Camps, die maximal 30 Minuten mit dem Zug vom Startpunkt Rindermarkthalle entfernt liegen. Die jüngsteTeilnehmerin war die neunjährige Avezu. Bjoern Fischer, ein Hamburger Teilnehmer, sorgte mit seiner auf einen Fahrradhänger montierte Musikanlage für die orientalischen Klänge zur Tour. „Ich möchte etwas für diese Menschen tun“, sagte er.

Polizei begleitete die Fahrradgruppe auf ihrer Tour

Ein anderer Teilnehmer brachte eine Seifenblasen-Maschine zum Start- und Endpunkt, die besonders den jungen Teilnehmern Spaß bereitete. Die freiwillige Helferin Janice Kauert begleitete die Gruppe: „Wir sind sechs ehrenamtliche Helfer. Wir haben Tour bei der Polizei angemeldet, kümmern uns um die Teilnehmer und organisieren die Verpflegung. Außerdem haben wir die Route ausgesucht. Das alles macht sehr viel Spaß". Die Freiwilligen Helfer von der nicht-staatlichen Organisation TeeMobil hatten Kuchen, Brot, Früchte und Getränke vorbereitet. So konnten die Teilnehmer vor der Abfahrt und nach der Ankunft essen und trinken.

Die Strecke führte die Fahrradgruppe von der Rindermarkthalle Richtung Norden bis in die Nähe des Flughafens. Von dort ging es Richtung Süden bis zum Hauptbahnhof und von dort nach Westen zurück zum Startpunkt. Die Polizei begleitete die Gruppe mit Peterwagen und Motorrädern, um sicherzustellen, dass der normale Verkehrsfluss nicht unterbrochen wurde. Die Polizeiwagen mussten während der Strecke wiederholt anhalten, damit Autos passieren konnten. Durch die orientalische Musik wurde die Tour zu einem fröhlichen Event. Viele junge Menschen beispielsweise aus Afghanistan wippten sogar mit den Köpfen im Takt der Musik, während sie auf ihren Fahrrädern fuhren. Sie genossen das Fahrradfahren und schienen den Krieg in ihrer Heimat und die mit ihrer Flucht verbundene Traurigkeit für eine Weile vergessen zu haben. „Ich bin sehr glücklich", sagte auch einer der Hamburger Teilnehmer.

Nach 1,5 Stunden musste Avezu vor Anstrengung keuchen und hatte ein rotes Gesicht, aber auch das Mädchen war sehr glücklich. Es aß Kuchen mit ihren Freunden, nachdem die Tour beendet war. Auch ein siebenjähriges Mädchen aus Hamburg war erschöpft und saß auf dem Boden. Nur die Jungs hatten noch Kraft und Energie, zur Musik zu tanzen. So wurde die Veranstaltung zu einem kleinen Festival.