Hamburg

Lehrer verliert Abi-Klausuren – Schüler müssen neu schreiben

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Juliane Kmieciak
Zehn Schüler müssen die Bio-Abiturklausur nachholen

Zehn Schüler müssen die Bio-Abiturklausur nachholen

Foto: dpa Picture-Alliance / Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa

Offenbar hatte er die Bio-Arbeiten einfach in der S-Bahn vergessen. Schüler appellieren an Finder: "Bitte bring die Arbeiten zurück."

Hamburg. Die Schüler können es immer noch nicht fassen: Da haben sie sich wochenlang auf die Abiturprüfung vorbereitet und stundenlange Klausuren geschrieben, um danach zu erfahren: Die Klausuren sind leider verloren gegangen, bitte nochmal schreiben!

Genau das ist jetzt einer Gruppe von sogenannten externen Abiturienten in Hamburg passiert, deren Lehrer die Klausuren offenbar in der S-Bahn verloren hat. Externe Abiturienten sind Schüler, die auf private Schulen gegangen sind, die zwar staatlich genehmigt sind, aber keine Prüfungserlaubnis haben. Aber auch solche, die mit ihren Eltern im Ausland leben, aber Wert auf einen deutschen Abschluss legen. Weiter können sich zu der zentralen Prüfung auch Erwachsene anmelden, die sich autodidaktisch auf das Abitur vorbereitet haben. Die Externenprüfung zur Allgemeinen Hochschulreife unterliegt einer eigenen Prüfungsordnung und findet später statt als die normalen Abiturprüfungen an Hamburger Gymnasien.

Schulbehörde bestätigt den Vorfall

Im aktuellen Fall geht es um die Bio-Abschlussklausur, die die externen Abiturienten an diesem Dienstag (6. September) in Hamburg geschrieben haben. Eine der Betroffenen ist die Schülerin Anna S.. Sie erzählt: "Nachdem die Prüfung endlich überstanden war, erfuhren wir am Donnerstag, dass wir die Biologie-Abschlussprüfung wiederholen müssen, weil der Lehrer die Arbeiten offenbar in der S-Bahn liegen gelassen hat und dass sie offenbar nicht wieder aufgetaucht sind."

Die Schulbehörde bestätigt: "In der Tat ist einer Lehrkraft auf dem Rückweg zur Behörde eine Tasche mit zehn Biologie-Abiturklausuren in der S-Bahn abhandengekommen. Die betroffenen Schüler sind informiert und werden die Klausur erneut schreiben müssen. Der Vorfall ist sehr ärgerlich – für die Betroffenen, aber auch für uns als Behörde", so Sprecher Peter Albrecht.

Besonders ärgerlich: Viele der betroffenen Schüler sollen extra aus dem Ausland angereist sein, um an den Prüfungen teilzunehmen. "Uns droht das Wiederholen der fünfeinhalb Stunden dauernden Prüfung, in der einzelne Prüflinge mehr als 30 DIN A 4-Seiten verfasst haben." An den Pranger stellen möchte Anna S. den Lehrer jedoch nicht. Außerdem hat sie Rest-Hoffnungen, dass der Stapel mit den Unterlagen noch wieder auftaucht. "So ein Stapel mit wichtigen Prüfungsunterlagen kann doch nicht einfach verschwinden." An die potenziellen Finder appelliert sie: "Bringt die Abiturprüfungen zur Polizei oder zum Fundbüro."

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