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Mehr als 27 Grad: Hamburg mit neuem Hitze-Rekord

Nicht ohne Sonnenbrille: Bis Anfang nächster Woche soll es warm und sonnig bleiben

Nicht ohne Sonnenbrille: Bis Anfang nächster Woche soll es warm und sonnig bleiben

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Der 8. September ist so warm wie nie. Naturbad Stadtparksee geöffnet. Veranstaltungen am Wochenende im schönen Altweibersommer.

Hamburg.  So warm war es an einem 8. September in Hamburg und einigen Regionen Norddeutschlands noch nie: Am Donnerstag nachmittag wurden in Fuhlsbüttel 27,3 Grad Celsius gemessen. Damit sei der bislang höchste Wert aus dem Jahr 2005 um ein halbes Grad überboten worden, sagte Frank Böttcher, Chef des Hamburger Instituts für Wetter- und Klimakommunikation.

Rekord auch auf der Nordseeinsel Sylt: Am frühen Nachmittag registrierten die Meteorologen ebenfalls den höchsten Wert an einem 8. September seit Beginn der Wetteraufzeichnungen: In List wurden 24,7 Grad erreicht. Der bisherige Höchstwert für diesen Tag lag bei 22,7 Grad im Jahr 2002. Sehr warm war es auch in Schleswig; 25,9 Grad. Neuer Rekord.

Der schlappe Sommer kommt also noch mal in Top-Form: Auch an den nächsten Tagen bleibt die späte Hitze – in der kommenden Woche wird es wieder sommerlich warm. Hoch „Johannes“ macht´s möglich. Nachdem die Meteorologen für Sonntag Gewitter und Schauer erwarten, stellt sich zu Wochenbeginn erneut Hochdruckeinfluss ein.

Experte: Stabilste Hochdruckwetterlage des Jahres

Der Wiesbadener Wetterexperte Dominik Jung sagt: „Das ist die stabilste Hochdruckwetterlage des aktuellen Jahres, und ein Ende ist einfach nicht in Sicht.“ „Wir müssen und dürfen uns auf weitere zehn Tage Sonne und Wärme einstellen“, verspricht der Diplom-Meteorologe.

Der September scheint nachholen zu wollen, was der eigentliche Sommer versäumt hat“, meinte Simon Trippler, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. „Da können die Freibäder ihre Saison verlängern.“ Nur gelegentlich störten Einflüsse eines Tiefdrucksgebiet das harmonische Bild mit vereinzelten Wolkenfeldern.„Der September steuert auf Rekordkurs zu“, vermutet auch Wetterdienst-Sprecher Andreas Friedrich. In der ersten Septemberwoche lagen die Durchschnittstemperaturen nicht nur über dem langjährigen Septemberdurchschnitt, es war auch wärmer als im Juni. Ob dieser September tatsächlich als bisher wärmster September in die deutsche Wettergeschichte eingeht, müsse allerdings erst mal abgewartet werden: „Das hängt natürlich auch davon ab, wie die zweite Septemberhälfte wird.“

In den kommenden Tagen jedenfalls hält sich der Spätsommer bis mindestens kommenden Mittwoch, sagte Trippler. „Es gibt aber auch Anzeichen für Schauer und Gewitter“, sagte der Meteorologe über ein mögliches Ende der Schönwetterphase.

Warum jetzt nicht noch einmal baden gehen? Obwohl die Freibad-Saison bei Bäderland geschlossen ist, hat das Hamburger Naturbad Stadtparksee jetzt wieder geöffnet. Und zwar zunächst bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr. Die Wassertemperaturen liegen bei rund 20 Grad Celsius. Die Temperaturen von Nord- und Ostsee laden zum Bade ein: Die Ostsee ist zwischen 18 und 20 Grad warm, Die Nordsee bringt es auf 19 Grad. An der Wangersiel Nord-Mole wurden 20 Grad gemessen. Dort sei es besonders warm, hieß es.

Wochenend und Sonnenschein – die besten Veranstaltungen

Zahlreiche Veranstaltungen am Wochenende finden daher mitten im schönen Altweibersommer statt.

Am Freitag wird auf dem Spielbudenplatz die vierte Runde des Food Truck-Festivals eingeläutet. Rund 35 Food Trucks aus Deutschland, Holland und Spanien machen hier Station. Das Food Truck Festival mit leckeren Hot Dogs oder Vincent Vegan dauert bis zum Sonntag.

Am Sonnabend und Sonntag startet am Volksparkstadion die große Show der US-Oldimer, Hot Rods und Harley-Davidsons. Als Deutschlands größte American-Car & Harley-Show mit rund hunderten Fahrzeugen aus ganz Europa vermittelt die Street Mag Show den Gästen ein Gefühl von Route 66, Diners und Rock’n Roll. Karten gibt es nur vor Ort (Sylvesterallee 7; Einlass ab 11 Uhr).

Am Sonnabend steigt in vielen deutschen Städte ein veganes Straßenfest – auch in Hamburg. Es findet auf dem Hansaplatz in der Zeit von 11 bis 19 Uhr statt. Neben kulinarischen Köstlichkeiten gibt es die Möglichkeit, sich über Tierschutz und Wasserprojekte in Entwicklungsländern zu informieren.

In Hamburg öffnen so viele Denkmäler wie nie zuvor ihre Türen

Am Wochenende steht bundesweit der „Tag des offenen Denkmals“ auf dem Programm. Das diesjährige Motto: „Gemeinsam Denkmale erhalten“. Vom 9. bis 11. September öffnen so viele Hamburger Denkmäler wie nie zuvor ihre Türen. Ein Großteil der mehr als 140 Objekte ist sonst nicht öffentlich zugänglich und nur an diesem Wochenende geöffnet.

Zahlreiche Denkmäler wurden mit Unterstützung der Stiftung Denkmalpflege Hamburg, des Denkmalschutzamtes, der Bürgerschaft und des Bundes restauriert. Außergewöhnlich ist der diesjährige Auftakt: In Kooperation mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen lädt die Kulturbehörde am Freitag um 15 Uhr zu einer Stadtwerkstatt in der Freien Akademie der Künste. Die öffentliche Diskussionsveranstaltung steht unter dem Motto „Stadt und Denkmal – was erhalten, wie entwickeln?“ Sie wird von Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt und KulturstaatsratCarsten Brosda eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Dahlien in voller Blüte

Besonders schön blüht in diesen Tagen der Dahliengarten im Volkspark (Stadionstraße 10). Er ist Europas ältester noch bestehender Dahliengarten (seit 1920). Er ist täglich von acht bis 20 Uhr geöffnet. Das Wegesystem besteht aus Grandwegen und ist an trockenen Tagen auch für Rollstuhlfahrer befahrbar.