Hamburg

Brennpunkt Jungfernstieg: Polizei zieht Wochenendbilanz

Abends am Alsteranleger Jungfernstieg: Am Wochenende blieb es ruhig

Abends am Alsteranleger Jungfernstieg: Am Wochenende blieb es ruhig

Foto: Klaus Bodig

Gewalttäter und Raser machten in den letzten Wochen die Flaniermeile unsicher. Polizei hält mit der Konzeption "Binnenalster" dagegen.

Hamburg. Immer wieder war es in den vergangenen Wochen am Jungfernstieg zu Polizeieinsätzen wegen Gewalt, Raserei, Drogenhandels und Alkoholexzessen gekommen. Die Polizei hat reagiert und ist derzeit in lauen Sommernächten und vor allem an Wochenenden mit unifomierten Beamten vor Ort, um Präsenz zu zeigen. Die sognannte Konzeption "Binnenalster" zeigt offenbar Wirkung. "In den Nächten zu Sonnabend und Sonntag ist an den Anlegern sowie auf den Terrassen alles ruhig geblieben", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag auf Abendblatt-Nachfrage.

Am Sonnabend hätten sich laut Polizeibericht am Nachmittag und frühen Abend etwa 500 bis 600 Personen im Bereich der Flaniermeile aufgehalten, so die Sprecherin. Dabei habe es sich überwiegend um Touristen und bürgerliches Publikum gehandelt. Gegen 22 Uhr seien nur noch etwa 250 Personen am Jungfernstieg gewesen. Die Stimmung sei friedlich gewesen. 27 Beamte – zwei Polizisten mit Diensthunden, Bereitschaftspolizisten und Mitarbeiter des Jugendschutzes seien vor Ort gewesen. Auch in der Nacht zu Sonntag war die Lage laut Sprecherin friedlich und unauffällig. In dieser Nacht seien 20 Beamte vor Ort gewesen.

Die Flaniermeile an der Binnenalster war zuletzt ein Brennpunkt für die Polizei geworden. Abends bevölkern Drogendealer, Schläger sowie trinkende junge Erwachsene den Anleger. Wie Polizeibeamte dem Abendblatt berichteten, handelte es sich dort um eine Art "Szene" aus 200 bis 300, manchmal sogar 400 Personen, meist junge Männer, die mittlerweile „zu einem großen Teil aus Ländern rund um das Mittelmeer“ kommen sollen.

Erst am vergangenen Dienstagabend hatten Zeugen am Jungfernstieg die Polizei alarmiert. Zwei junge Männer hatten sich geprügelt. Ein 24-Jähriger soll dabei mit einer abgebrochenen Bierflasche hantiert haben.

Die Hamburger Polizei zeigte in den vergangene Wochen jedoch verstärkt Präsenz, um insbesondere eskalierende Auseinandersetzungen unter Jugendlichen zu unterbinden. Es fanden Kontrollen durch Polizeibeamte statt. Besonders Augenmerk galt dabei zeitweise minderjährigen Mädchen. So wurden an einem Abend zwölf Mädchen im Alter von 14 Jahren festgestellt. In allen Fällen wurden die Eltern verständigt, die ihre Kinder vor Ort abholen mussten.