Vox-Show

Zwei Hamburger Start-ups in der „Höhle der Löwen“

In der Show heute um 20.15 Uhr zu sehen: Ankerkraut-Gründer
Anne und Stefa Lemcke

In der Show heute um 20.15 Uhr zu sehen: Ankerkraut-Gründer Anne und Stefa Lemcke

Foto: Sebastian Fuchs

Gewürzanbieter Ankerkraut und Trachtenhändler Limberry treten heute Abend in der Vox-Show auf. Neuer Juror aus der Hansestadt.

Hamburg.  Gemeinsam mit Freunden und Kollegen werden Anne und Stefan Lemcke heute um 20.15 Uhr Fernsehen schauen, in einer Gewerbehalle in Sinstorf. Mit dabei: ein paar Bierchen, Spareribs vom Grill und leckere Gewürze, wie Steakpfeffer oder der Kräuterbutter-Mix aus eigener Produktion. Anne und Stefan Lemcke sind Inhaber der Aroma-Firma „Ankerkraut“ und eröffnen heute als Gründer die Sendung „Höhle der Löwen“. „Wir sind die Ersten, die sich bei der neuen Staffel präsentieren“, sagt Anne Lemcke, die gemeinsam mit ihrem Mann in der Leitung von „Ankerkraut“ arbeitet.

Im Vox-Format „Die Höhle der Löwen“ geht es um Menschen mit Erfindungen oder Geschäftsideen. Sie präsentieren ihre Story fünf erfolgreichen Unternehmern, den sogenannten „Löwen“. Es geht darum, diese Jury von dem Businessplan zu überzeugen und Geld für die Expansion einzusammeln – gegen Anteile am Betrieb.

Hamburg als Hochburg für Start-ups spielt in der heutigen Sendung eine besondere Rolle: Denn nicht nur Ankerkraut, sondern auch der Trachtenmodeanbieter Limberry tritt in der Show auf. Und auch Limberry kommt aus Hamburg. Gründerin Sibilla Kawala-Bulas möchte die Jury überzeugen, dass sie das Zeug hat, zur größten internationalen Händlerin von Dirndls und Lederhosen zu werden. Und auch in dem Gremium erfahrener Unternehmer geht es hamburgisch zu: Ralf Dümmel, Chef des Handelsunternehmens DS Produkte GmbH, gehört der Jury in der dritten Staffel an. Neben Dümmel beurteilen die Verkaufsfernseh-Spezialistin Judith Williams, der Pionier für Erlebnisgeschenke Jochen Schweizer, der Start-up-Visionär Frank Thelen und der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer die Gründer. Nicht mehr dabei ist hingegen Reiseunternehmer Vural Öger, der sich nach der Insolvenz seiner Agenturen aus der Sendung zurückgezogen hat.

Ankerkraut-Inhaber Stefan Lemcke erzählt in der vorab aufgezeichneten Show eine besondere Gründerstory: Der heute 39-Jährige lebte als Kind viele Jahre in Tansania, wo er schon früh lernte, wie man selbst Gewürze mischt. In Deutschland ärgerte er sich später über die schlechte Qualität oder die hohen Preise von Gewürzmischungen. 2013 gründete er darum „Ankerkraut“ und bietet inzwischen mehr als 100 verschiedene selbst gemischte Gewürze an. Für ihr Unternehmen mit Sitz in Sinstorf erwarten die Hamburger Erlöse von fünf Millionen Euro. Um weiter wachsen und neue Maschinen kaufen zu können, erhofft sich das Paar 300.000 Euro gegen zehn Prozent Firmenanteile. „Wenn die Löwen uns helfen, könnte das ein Raketenstart für uns sein“, ist Lemcke überzeugt. Tatsächlich kommt Stefan Lemcke mit „Ankerkraut“ bei den Investoren sehr gut an: „Sie verkörpern für mich wahren Gründergeist und strahlen Energie aus“, lobt Jochen Schweizer. Doch es kommen auch Zweifel auf: „Ich sehe das Problem, dass es andere große Player gibt“, meint Carsten Maschmeyer.

Auch bei Limberry wird in der Auftaktshow eine ungewöhnliche Story erzählt: Für ihren großen Traum hat Sibilla Kawala-Bulas ihren sicheren Job im Familien-Unternehmen aus dem Bereich des Stahlhandels aufgegeben. Die 32-Jährige hat sich statt dessen der Trachtenmode verschrieben. Gestartet ist die Hamburgerin 2010 mit rund 38.000 Euro aus einem Bausparvertrag, den ihre Eltern zu ihrer Geburt abgeschlossen hatten, und einem Familien-Darlehen über 100.000 Euro. Heute bietet der Onlineshop ein breites Angebot. Die Kunden können ein eigenes, individuelles Dirndl gestalten, ein Trachtenstück aus der eigenen Limberry-Kollektion kaufen oder aus dem Sortiment von anderen Designern wählen. Innerhalb von zwei Jahren konnte Sibilla Kawala-Bulas ihren Umsatz um das 15-fache steigern, doch reicht es bei den hohen Mieten noch nicht für eine Gewerbeimmobilie. So wurden ihr Wohn- und Schafzimmer kurzerhand zum Limberry-Lager umfunktioniert. Die Gründerin erhofft sich 150.000 Euro von den Löwen und würde dafür zehn Prozent ihrer Unternehmensanteile abgeben.

Ob es zu einem Deal kommt, verrät Vox vor der Sendung grundsätzlich nicht. Dieses Geheimnis wird erst heute Abend gelüftet, wenn die Lemckes den Grill anwerfen.