St. Pauli

Obdachlose sollen an Kersten-Miles-Brücke aufräumen

St. Pauli. Große Aufräumaktion an der Kersten-Miles-Brücke: Nachdem sich Bürger über Müll und Dreck beschwert hatten, soll in den kommenden Tagen klar Schiff gemacht werden. „Alles, was an überflüssigem Unrat unter der Brücke liegt, soll verschwinden“, so Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts Mitte. Vor allen Dingen die Sperrmüllanhäufung, darunter offenbar auch von wohlmeinenden Bürgern vorbeigebrachte Möbel und Matratzen, müsse kurzfristig beseitigt werden. Bei der Aktion sollen Obdachlose und Mitarbeiter der Stadtreinigung gemeinsam anpacken. Die Terminabstimmung läuft derzeit.

Entgegen anders lautenden Meldungen müssen die Obdachlosen, die meisten von ihnen sind Osteuropäer, selbst das Quartier nicht verlassen, wie Weiland betonte. Für die Menschen, die teils schon seit Jahren unter der Brücke ihr Lager haben, soll sich zunächst nichts ändern. Langfristig müsse jedoch eine andere Perspektive gefunden werden, sagt Weiland.

Das Obdachlosenlager an der Kersten-Miles-Brücke war in der Vergangenenheit bereits mehrfach in den Schlagzeilen. Für Aufmerksamkeit hatte besonders der Zaun gesorgt, den der ehemalige Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) hier 2011 aufstellen ließ, um die Obdachlosen fernzuhalten. Nach heftigem Protest der Bevölkerung ließ er den Zaun wieder abbauen. Die Maßnahme sorgten bundesweit für Aufsehen, Schreiber wurde für die Aktion von vielen Seiten heftig kritisiert. (ant/cia)