Homosexualität

Hamburg wird am Donnerstag zur Regenbogen-Stadt

| Lesedauer: 2 Minuten
Andreas Dey
Jedes Jahr wird zum Christopher Street Day die Regenbogenflagge am Rathaus gehisst

Jedes Jahr wird zum Christopher Street Day die Regenbogenflagge am Rathaus gehisst

Foto: Jens Ressing / dpa

Am Wochenende startet die Pride Week. Zu dem Anlass tritt Hamburg dem Rainbow Cities Network bei. Das sind die Ziele.

Hamburg.  Dass einmal im Jahr, im Vorfeld des Christopher Street Days, die Regenbogen-Fahne am Rathaus gehisst wird, ist mittlerweile ein gewohntes Bild. Nun geht die Stadt einen Schritt weiter: Hamburg wird zur Regenbogen-Stadt. Im Gästehaus des Senats wird Katharina Fegebank (Grüne), Senatorin für Wissenschaft und Gleichstellung, am Donnerstag den Beitritt zum Rainbow Cities Network unterzeichnen.

Dieses Netzwerk ist 2013 in den Niederlanden entstanden und hat das Ziel, die Rechte und Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) zu stärken. Bisher haben sich 32 Städte zusammengeschlossen, unter anderem sind Amsterdam, Madrid, Wien, Mexiko-Stadt, Berlin, Köln und München dabei.

Hamburg ist Vorreiter ins Sachen Gleichberechtigung

„Wir brauchen ein gesellschaftliches Klima, dass von Akzeptanz für sexuelle Vielfalt und unterschiedliche Lebensweisen geprägt ist“, sagte Fegebank dem Abendblatt im Vorfeld des Beitritts zu dem Netzwerk. „Niemand soll sich dafür rechtfertigen müssen, wie er oder sie lebt und liebt.“ Hamburg sei auf dem Gebiet zwar immer Vorreiter gewesen, zum Beispiel mit der Einführung der „Hamburger Ehe“ 1999, aber von echter Gleichberechtigung aller LSBTI-Menschen sei man noch weit entfernt. „Homosexuelle können bis heute keine echte Ehe mit allen Rechten und Pflichten schließen, und sie dürfen auch keine Kinder adoptieren“, nannte Fegebank zwei Beispiele. „Wir wissen von Übergriffen, Mobbing und Diskriminierung. In der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz oder in der Schule.“ Die Senatorin will daher auch zusätzliches Geld für Beratungsstellen und das Projekt „SOORUM“ an Schulen zur Verfügung stellen.

Am 6. August wird der CSD gefeiert

Die Regenbogen-Städte tauschen regelmäßig Erfahrungen aus, planen Maßnahmen und Veranstaltungen. „Der Beitritt ist mehr als Symbolik, das ist ein starkes politisches Signal“, sagt Fegebank. „Gerade der grausame Anschlag von Orlando hat uns vor Augen geführt, wie nötig es immer noch ist, für ein freies und gleichberechtigtes Leben aller Menschen einzutreten.“ Am 12. Juni hatte ein Attentäter in einem vor allem von Homosexuellen besuchten Club in Florida 49 Menschen erschossen.

Auch die am Sonnabend in Hamburg beginnende „Pride Week“ mit der großen Parade am Christopher Street Day (6. August) werde deutlich politischer werden, sagte Fegebank. Dafür stünden das Motto „Normal ist, wer Menschen achtet“, der Beitritt zu dem Rainbow-Cities-Netzwerk und nicht zuletzt die Regenbogenfahne. Die weht in diesem Jahr nicht nur am Rathaus, sondern auch am US-Konsulat an der Außenalster.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg