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Airbus baut weniger A380 – was das für Hamburg bedeutet

Alles im Lack beim Mega-Jumbo A380: "Paintshop" heißt die Lackierhalle bei Airbus in Hamburg Finkenwerder

Alles im Lack beim Mega-Jumbo A380: "Paintshop" heißt die Lackierhalle bei Airbus in Hamburg Finkenwerder

Foto: Reuters

Der Konzern will Beschäftigte auf andere Flugzeugtypen wie A320 und A350 umschulen. Doch es gibt weitere Konsequenzen.

Hamburg. Airbus greift bei seinem Problemkind A380 hart durch. Der Flugzeugbauer hat die Drosselung der Produktion angekündigt. Statt 27 Maschinen des größten Passagierjets der Welt wie 2015 und rund 20 in diesem und im nächsten Jahr sollen von 2018 an nur noch zwölf Exemplare jährlich ausgeliefert werden. Mit diesem „weisen und proaktiven Schritt“ passe man sich der aktuellen Nachfrage an, sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier. Der Konzern tut sich seit Jahren schwer, neue Kunden für das Flaggschiff zu finden.

Mit einem Arbeitsplatzabbau sollen die Maßnahmen nicht einhergehen, sagte Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath dem Abendblatt. „Wir sind überzeugt, dass wir die Auswirkungen der A380-Ratenanpassung bis 2018 auf unsere Beschäftigten durch die Möglichkeiten innerhalb unseres umfangreichen Hochlaufs in den A320- und A350-Programmen auffangen werden können.“ Beim Mittelstreckenflieger der A320-Familie und beim Großraumjet A350 wird die Stückzahl nach oben geschraubt.

Das Werk auf Finkenwerder erhält für den A320 eine vierte Endmontagelinie. In Hamburg sind rund 1500 Personen in der A380-Fertigung tätig; mit gut 12.000 Beschäftigten ist Airbus größter Arbeitgeber der Stadt.

Die Montage des Airbus A380 in Finkenwerder

„Zusätzliche Chancen“ für die Arbeitnehmer gebe es auch konzernweit in der Airbus Gruppe, so Schaffrath. Das klingt für die Beschäftigten aber nach einem Ortswechsel. Generell sei es zu früh zu spekulieren, „wie die Effekte nun konkret an den einzelnen Standorten aussehen werden können“.

Man habe Gespräche mit den Sozialpartnern aufgenommen. Die Hamburger Betriebsratsvorsitzende Sophia Jacobsen betonte, dass betriebsbedingte Kündigungen bei der Stammbelegschaft bis 2020 ausgeschlossen seien – aber: „An den Leiharbeitskräften wird es wohl nicht spurlos vorbeigehen.“

Lesen Sie weitere Hintergründe in der Donnerstagausgabe des Hamburger Abendblatts