St. Petri

"Eine kluge Frau": Hamburg trauert um St. Petri-Pastorin

Die Hauptpastorin von St. Petri Martina Severin-Kaiser ist überraschend gestorben

Die Hauptpastorin von St. Petri Martina Severin-Kaiser ist überraschend gestorben

Foto: Michael Rauhe

Schock über den Tod von Martina Severin-Kaiser. Sie sei nicht krank gewesen, sagte ein Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost.

Hamburg. Martina Severin-Kaiser, Hauptpastorin von St. Petri in Hamburg, ist tot. Wie aus ihrem engeren Freundeskreis am Sonnabend verlautete, starb sie völlig überraschend am Freitag im Alter von 57 Jahren. Sie sei nicht krank gewesen, sagte ein Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost. Nähere Umstände zu ihrem Tod sind nicht bekannt. Die leidenschaftliche Seglerin hinterlässt ihren Mann Matthias Kaiser, selbst Pastor, und drei Kinder.

"Als langjährige Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg war sie das Gesicht der Ökumene in der Hansestadt. Sie hat Brücken gebaut und den Dialog zwischen evangelischen, katholischen und orthodoxen Christen vorangebracht", würdigte Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, die Verstorbene. "Ihr Ideal war die Öffnung unserer Kirche hin zu anderen gesellschaftlichen Gruppen. Diesen Weg ist sie auch als Hauptpastorin an St. Petri konsequent weitergegangen."

Severin-Kaiser war erst im Dezember 2015 in einem feierlichen Gottesdienst durch Hauptpastorin und Pröpstin Dr. Ulrike Murmann in ihr Amt als Hauptpastorin von St. Petri eingeführt worden. Zuvor wirkte sie viele Jahre als Ökumenebeauftragte der Nordkirche und der Nordelbischen Kirche. Sie studierte Evangelische Theologie in Hamburg und Jerusalem. Ihre erste Pfarrstelle hatte die gebürtige Eutinerin in Hamburg-Steilshoop. Danach betreute sie acht Jahre lang eine deutschsprachige Gemeinde in Belgien.

"Sie war ein warmherziger und gütiger Mensch"

In einer Presseerklärung des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Hamburg-Ost heißt es, Hauptpastorin und Pröpstin Ulrike Murmann sei tief erschüttert und fassungslos über diesen plötzlichen Tod: „Mein Mitgefühl und meine Gedanken sind mit der Familie und allen, die um Martina Severin-Kaiser trauern. Wir alle, die wir mit ihr so kraftvoll in den letzten Monaten zusammengearbeitet haben schließen sie und die Familie in unsere Fürbitte ein."

Auch Stefanie von Berg, religionspolitische Sprecherin der Grünen in der Bürgerschaft, trauert. Sie sagt: "Ich bin unendlich traurig über diesen Verlust. Martina Severin-Kaiser war ein sehr warmherziger und gütiger Mensch. Wir verlieren eine kluge und couragierte Frau." Erst am vergangenen Montag habe Severin-Kaiser auf einer Veranstaltung der Partei über das Thema Flucht und Religion diskutiert.

"Die Ökumene verliert eine engagierte Christin"

Mit großer Trauer haben auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg (ACKH) und das Ökumenische Forum HafenCity auf die Nachricht vom plötzlichen Tod reagiert. Hauptpastorin Severin-Kaiser war bis letztes Jahr Geschäftsführerin der ACKH und bis zu ihrem Tod Sprecherin des Vorstands des Ökumenischen Forums HafenCity.

"Gemeinsam mit der Familie sind wir zutiefst erschüttert von dieser vollkommen unerwarteten Todesnachricht", sagte Pastorin Annette Reimers-Avenarius, Geschäftsführerin der ACKH. "Die Familie verliert eine Ehefrau und Mutter. Die Ökumene verliert eine engagierte und gläubige Christin, die immer über konfessionelle Tellerränder hinausgeschaut hat." Sie werde eine große Lücke hinterlassen.

Auch der Geschäftsführer des Ökumenischen Forums HafenCity, Henning Klahn, zeigte sich tief betroffen: "Die Nachricht von ihrem plötzlichen Tod lässt den gesamten Vorstand, die geistliche Leiterin, Pastorin Corinna Schmidt, und mich in tiefer Trauer zurück." Martina Severin-Kaiser sei eine wichtige Mitstreiterin für ihr ökumenisches Projekt gewesen. "Wir denken in dieser schweren Stunde aber vor allem auch an ihren Mann und ihre Kinder und schließen sie in unsere Gebete ein", sagte Klahn.