Altstadt

Was macht der Anzugträger kopfüber in der Mülltonne?

Müllgründeln für Fortgeschrittene? Man weiß es nicht. Dieser Mann steckte am Rödingsmarkt mit seinem Kopf in der Mülltonne.

Müllgründeln für Fortgeschrittene? Man weiß es nicht. Dieser Mann steckte am Rödingsmarkt mit seinem Kopf in der Mülltonne.

Foto: Daniel Herder

Am Rödingsmarkt legt ein Mann akrobatische Übungen auf einem Müllbehälter hin. Mutmaßlich eine Aktion aus der Reihe: endlich Freitag

Hamburg. Das Wetter? Miserabel. Das EM-Halbfinale? Enttäuschend. Beatrix von Storch? Ganz düster. Doch, doch, es gab am Freitag gleich mehrere Gründe, den Kopf ordentlich hängen zu lassen. Aber muss es deshalb gleich Eskapismus im Mülleimer sein?

Völlig unklar jedenfalls was den Anzug tragenden Mann am Rödingsmarkt bewogen hat, seinen Schädel ins Dunkel einer Mülltonne zu tunken. Fakt ist: Er hat es getan. Einfach so. Gleich mehrfach. Ganz freiwillig. Handstand, Kopfstand, Rolle vorwärts. Und noch mal von vorn. Akrobatische Kleinkunst am Straßenrand. Immer schön den Kopf nach unten. Immer schön mit Wonne in die Tonne. Ist das Kunst? Oder kann der weg?

Was man ihm lassen muss: Für kurze Zeit bildete sich ein nicht unansehnliches, kleines Spontanpublikum. Gründeln im Abfall ist eben nicht so alltäglich. Es sei denn, man sucht etwas, wie ein Mann in Bremen. Oder ein Mann in Barmbek. Aber sonst? Da kann man als Zaungast schon mal das Handy zücken. Und staunen. Oder sich wundern. Und mit einem Lächeln im Gesicht den Freitag weniger missmutig fortsetzen.

Tatsächlich aber ist der Zaungast wohl Zeuge von wahrhaftiger Kunst geworden. Romain Thibaud-Rose, so der Name des Künstlers, liebkost seit einigen Jahren Mülleimer. Manchmal hat er dabei Unterstützung. Ein abstrakter Akt, wie der Künstler es selbst nennt oder Garbage Embrace, zu deutsch etwa: Müll-Umarmung. Warum der junge Franzose das macht, das hat er mal dem Spiegel erklärt.