Urteil

"Sexy Cora“-Witwer erhält bis zu 824.000 Euro Schadenersatz

2011 war die Pornodarstellerin „Sexy Cora“ nach einer Operation gestorben. In Ohlsdorf wurde sie beerdigt

2011 war die Pornodarstellerin „Sexy Cora“ nach einer Operation gestorben. In Ohlsdorf wurde sie beerdigt

Foto: Bodo Marks / dpa

Landgericht gibt Ehemann der verstorbenen Pornodarstellerin Recht. Die Alster-Klinik muss nun zahlen, kann aber Berufung einlegen.

Hamburg. Tim Wosnitza, Witwer der 2011 nach einer missglückten Brust-OP verstorbenen Porno-Darstellerin Caroline Wosnitza alias sexy Cora, hat den Rechtsstreit gegen die Alster-Klinik und die zuständige Anästhesistin in erster Instanz gewonnen. Das Landgericht sprach dem abwesenden 29-Jährigen neben Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von rund 60.000 Euro eine monatliche Unterhaltsrente von 5733 Euro zu. Auf die Rente, so das Gericht, müsse er sich allerdings die Hälfe seines bereinigten Netto-Einkommens anrechnen lassen. Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von mindestens 140.000 Euro und maximal 824.000 Euro.

Carolin Wosnitza hatte sich im Januar 2011 zum fünften Mal die Brüste vergrößern lassen wollen. Während der OP erlitt die 23-Jährige aufgrund von Sauerstoffmangel schwerste Hirnschäden, an denen sie wenige Tage später starb. 2013 verurteilte das Landgericht die an der Operation beteiligte Narkoseärztin wegen fahrlässiger Tötung zu 14 Monaten Haft auf Bewährung.

Wosnitza lebte von Coras Einkünften

Der Ehemann Tim Wosnitza war auch der Manager seiner Frau und lebte zum Großteil von den Einkünften, die sie erzielte – er konnte deshalb einen Unterhaltsanspruch gegen die Alster-Klinik und die Anästhesistin geltend machen. Der Narkoseärztin waren schwere Fehler bei der Operation nachgewiesen worden, so hatte sie es versäumt die Vitalfunktionen der 23-Jährigen zu überwachen. Als sie den lebensbedrohlichen Zustand der jungen Frau bemerkte, war es bereits zu spät.

„Defizite bei der Reanimation hatten praktisch keine Auswirkungen mehr“, sagte der Vorsitzende Richter Hermann Antony. Es sei bereits ein derart schwerer Hirnschaden eingetreten, dass sie nicht mehr zu retten gewesen sei. In seiner Klage forderte Wosnitza ursprünglich eine monatliche Unterhaltsrente von 3500 Euro bis zum Jahr 2064.

Oberlandesgericht wäre nächste Instanz

Für die Berechnung der Rente legte das Gericht zugrunde, dass Carolin Wosnitza in der Porno-Branche nur etwa bis Mitte 30 Einkünfte aus der Vermarktung ihres Körpers hätte erzielen können. Nicht arbeiten gehen und die maximale Rente von 5733 Euro einstreichen, das ginge allerdings nicht, sagte Richter Antony. Wosnitza handele ansonsten treuwidrig. Er müsse seinen Lebensunterhalt bestreiten und sein Einkommen offenlegen. „Darüber wird es zwischen den Parteien noch trefflich Streit geben“, sagte Antony.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sollte Berufung eingelegt werden, wäre das Hanseatische Oberlandesgericht die nächste Instanz.