Tarifkonflikt

Hamburger Bankangestellte zu Warnstreik aufgerufen

Ver.di hat 9000 Hamburger Bankbeschäftigte zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen (Symbolbild)

Ver.di hat 9000 Hamburger Bankbeschäftigte zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen (Symbolbild)

Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa

Ver.di fordert 4,9 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auszubildende sollen eine Erhöhung um 80 Euro erhalten.

Hamburg. Der Tarifkonflikt in der Bankenbranche nimmt deutlich an Schärfe zu. Die Gewerkschaft Ver.di hat für diesen Freitag 9000 Hamburger Bankbeschäftigten zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Kundgebung zum Streik findet um 11 Uhr vor dem Cinemaxx-Kino am Dammtor statt. Zuvor war die zweite Verhandlungs­runde für die bundesweit rund 210.000 Beschäftigten des privaten und öffent­lichen Bankgewerbes in Frankfurt ohne Ergebnis abgebrochen und auf den 28. Juni vertagt worden.

Ver.di fordert 4,9 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das Ergebnis soll auch für Beschäftigte mit außertariflicher Bezahlung übernommen werden. Auszubildende sollen eine Erhöhung der Vergütungen um 80 Euro erhalten. Die Arbeitgeber bezeichneten die Forderung als „nicht akzeptabel“.

„Der Vorwurf der Arbeitgeber, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in der Bankenwirtschaft zu viel Geld verdienen, ist nicht nachvollziehbar“, sagt dagegen Michael Börzel von Ver.di in Hamburg. „Eine kaum zu bremsende Arbeitsverdichtung und die schleichende Abkopplung der Gehälter von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist hinsichtlich der sehr guten Ertragslage der Banken ein Affront gegenüber den Beschäftigten“, so Börzel.

Die Inflation sei derzeit minimal, die Produktivität im Bankgewerbe stagniere bestenfalls, konterte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Heinz Laber. Für Umverteilungen bestehe an­gesichts des überdurchschnittlichen Gehaltsniveaus kein Anlass.