Hamburg

Noroviren legen ganze Einrichtungen lahm

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Cornelia Werner

Infektionen mit dem Erreger sind hoch ansteckend. Aber in der Regel klingen die Symptome spätestens nach zwei Tagen ab

Ein berühmt-berüchtigter Erreger von Magen-Darm-Infektionen ist das Norovirus. Es macht häufiger von sich reden, weil es auch immer wieder auf Kreuzfahrtschiffen grassiert. Weil es hoch ansteckend ist, verbreitet es sich überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen, in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten, in Betrieben, Krankenhäusern, Altenheimen oder eben auch auf Kreuzschiffen.

Wird der Erreger im Labor direkt nachgewiesen, ist die Erkrankung meldepflichtig. Allein in Hamburg wurden 2015 mehr als 2000 dieser Infektionen durch Laboruntersuchungen festgestellt. Noroviren sind überall auf der Welt verbreitet. Laut dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) sind vor allem Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen über 70 betroffen. Die Infektionen können das ganze Jahr über auftreten, kommen aber am häufigsten in der kalten Jahreszeit zwischen Oktober und März vor.

Übertragen wird das Virus vor allem direkt von Mensch zu Mensch, über Kontakt mit verseuchten Oberflächen, wie etwa Türklinken oder durch den Verzehr von verseuchten Speisen, zum Beispiel Salaten, Krabben oder Muscheln sowie durch verunreinigtes Trinkwasser.

Schon eine minimale Dosis von zehn bis hundert Virusteilchen reicht aus, um sich anzustecken. Sechs bis 50 Stunden nach der Infektion bricht die Krankheit aus, mit den typischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Manchmal kann auch die Körpertemperatur leicht erhöht sein.

Wenn keine begleitenden Grund­erkrankungen vorliegen, bestehen die Symptome etwa zwölf bis 48 Stunden, schreibt das RKI. Es ist aber auch möglich, dass man sich mit dem Virus infiziert, ohne dass Krankheitszeichen auftreten.

Die Therapie dieser Infektion besteht – wie bei allen Magen-Darm-Infektionen – darin, den Verlust von Salzen und Flüssigkeit auszugleichen.

Vor der Infektion schützen kann man sich nur durch strenges Einhalten der Hygieneregeln, wie zum Beispiel häufiges Händewaschen. Um Infektionen durch Lebensmittel zu vermeiden, sollte man laut RKI insbesondere Gerichte mit Meeresfrüchten gut durchgaren. Eine Impfung gegen das Virus gibt es nicht.

( cw )

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