Hamburg

Tausende wollen Menschenkette gegen Rassismus bilden

Vorstellung der Aktion „Hand in Hand gegen Rassismus“ in Berlin

Vorstellung der Aktion „Hand in Hand gegen Rassismus“ in Berlin

Foto: Jörg Carstensen / dpa

In Hamburg und zahlreichen weiteren Städten wollen Teilnehmer mit einer Menschenkette ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen.

Hamburg/Berlin. Ein Bündnis von knapp 40 Hilfsorganisationen, Verbänden und religiösen Einrichtungen ruft dazu auf, am Wochenende mit Menschenketten in Hamburg und vier weiteren deutschen Städten ein Zeichen für ein vielfältiges und tolerantes Zusammenleben in Deutschland zu setzen.

In Hamburg startet die Aktion «Hand in Hand gegen Rassismus» am kommenden Sonntag um 16.30 Uhr am Rathausmarkt. Sie soll die Al-Nour Moschee in St. Georg (Kleiner Pulverteich 17) mit der evangelischen Hauptkirche St. Petri (Mönckebergstraße) und dem Zentrum der Jüdischen Gemeinde (Grindelhof 30) verbinden.

„Rassismus ist menschenfeindlich“

„Für die Aufnahme Geflüchteter engagieren sich in Deutschland Hunderttausende. Gleichzeitig brennen Häuser, Geflüchtete werden attackiert und als Terroristen diffamiert, obwohl sie selbst vor Terror fliehen“, erklärte Holger Wagner vom Aktionsbündnis in einer Pressemitteilung. Rassistische Vorurteile drohten in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und Hetze scheine salonfähig zu werden. „Dagegen wollen wir als Zivilgesellschaft ein positives Signal des Miteinanders aussenden und deutlich machen, dass wir unabhängig von Glaube, Herkunft, Hautfarbe und sexueller Identität füreinander einstehen“, so Wagner.

«Rassismus ist menschenfeindlich», sagte der Berliner Bischof Markus Dröge bei der Vorstellung der Aktion am Dienstag in Berlin. Die Gesellschaft dürfe sich nicht durch Fremdenfeindlichkeit spalten lassen, sondern müsse «Hand in Hand für Menschenrechte» zusammenstehen.

3500 Teilnehmer sind nötig, um die Kette zu schließen

Die Hamburger Veranstaltung beginnt nach Abschluss der Kundgebung zur Fahrradaktion «Mobil ohne Auto» auf dem Rathausmarkt. Die Länge der Strecke beträgt 4,4 Kilometer. 3.500 Teilnehmer sind nach Einschätzung der Veranstalter nötig, um die Kette zu schließen. Redner sind unter anderem Ayman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Joachim Speicher, Geschäftsführender Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Hamburg, und Dirk Ahrens, Leiter des Diakonischen Werks Hamburg.

Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein hat zur Beteiligung an der Menschenkette in Hamburg aufgerufen. Sie solle ein Zeichen für ein weltoffenes Deutschland setzen, sagte Diakoniesprecher Friedrich Keller. Geplant ist eine gemeinsam Anreise um 14 Uhr vom Kieler Hauptbahnhof. Treffpunkt ist Gleis 5.

14 weitere Städte haben sich der Aktion angeschlossen

Die Initiatoren der Aktion beobachten mit Sorge die anhaltenden Übergriffe auf Flüchtlinge sowie den schleppenden politischen Prozess auf europäischer Ebene, wie Anna Lena von Hodenberg vom Verein Campact erklärte. Die Menschenketten sollten sich am kommenden Sonnabend (18. Juni) in Bochum und am Sonntag (19. Juni) in Hamburg, Berlin, Leipzig und München bilden. Nach Angaben der Organisatoren haben sich darüber hinaus weitere zehn Städte der Aktion angeschlossen, die eigenständig zu Menschenketten aufgerufen haben.

Während der Aktion sollen kirchliche und soziale Einrichtungen mit Flüchtlingsunterkünften, Kulturstätten und Rathäusern über Tausende Hände symbolisch miteinander verbunden werden. Zum Bündnis gehören unter anderem Amnesty International Deutschland, Pro Asyl, der Deutsche Gewerkschaftsverbund, die Diakonie, die Union progressiver Juden in Deutschland sowie der Zentralrat der Muslime.