Hamburg

Astronomen aus Hamburg entdecken Planeten im Orion

Hamburg. Astronomen der Hamburger Universität haben mithilfe eines Superteleskops in der chilenischen Atacama-Wüste einen Planeten im Sternbild des Orion entdeckt. Der Forschergruppe um Tobias Schmidt von der Hamburger Sternwarte sei es jetzt gelungen, den Exoplaneten, der außerhalb unseres Sonnensystems einen anderen Stern umkreist, mit Hilfe des Teleskops direkt abzubilden, teilte die Universität am Montag mit. Bislang konnte man die meisten Exoplaneten nur indirekt nachweisen. Derzeit sind 3406 Exoplaneten in 2550 Systemen bekannt.

Der Exoplanet kreist um einen Stern mit dem Namen CVSO 30, der sich rund 1200 Lichtjahre von der Erde entfernt nordwestlich des Orion-Gürtels befindet. 2012 wurde dort bereits ein Exoplanet gefunden, der den Namen CVSO 30b erhielt. Bei der erneuten direkten Beobachtung wurde jetzt der zweite Planet entdeckt. Er umkreist seinen Stern in einer Entfernung, die 662 Mal so weit ist wie die rund 150 Millionen Kilometer lange Distanz zwischen Erde und Sonne. Für einen Umlauf braucht dieser Planet mindestens 27.000 Jahre. Der bereits früher aufgespürte Exoplanet in der Nähe des Sterns dagegen hat eine Umlaufzeit von weniger als elf Stunden.

Meistens werden Exoplaneten indirekt nachgewiesen: Wenn ein Exoplanet vor einem hellen Stern vorbeizieht, kann er dessen Licht geringfügig, aber messbar abschwächen. Bei der direkten Beobachtung dagegen wird der Exoplanet mit einem optischen Teleskop direkt abgebildet. Das Superteleskop in der Atacama-Wüste gehört zur Europäischen Südsternwarte und ist nach Angaben der Uni das höchstentwickelte optische Instrument der Welt. Es besteht aus vier Hauptteleskopen mit je 8,2 Metern Spiegeldurchmesser und vier beweglichen 1,8m-Hilfsteleskopen.